Druckschrift 
4 (1827)
Entstehung
Seite
51
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Jesaia ZZ.

liegen. Das ist die allerschwereste Art der Versuchung, wenn eruns also durch ein unablaßliches Anhalten zu überwinden sich be-mühet. Da muß man die Kräfte vereinigen, und für andere, diein dergleichen gefahrlichem Kampffe stehen, fleißig beten. Denner ist ein solcher Feind, der, was er einmal gefasset hat, nichtwiederum aus den Händen laßt, und nicht eher aufhöret zu ver-folgen, als bis der Feind zu boden liegt. Hier muß sich einChrist mit dem Wort starcken und sagen: Wenn ich auch gleichhundert Jahre im Treffen stehen müßte, so will ich doch nichtzurückweichen. Wenn du mit stetem Anhalten mich müde machenwillst, so wird mein Christus desto mehr und desto eyfriger an-halten, mich mit seiner Kraft zu starcken, daß ich nicht unterliege.So ermahnet demnach der Prophet: Erquicket die strauchelndenKnie, als wollte er sagen: Er ist ein müssiger Geist, der sich sonstmit nichts zu schaffen macht, als daß er die Kirche bestreite. Sowerdet ihr demnach durch sein Anhalten nicht müde; hoffet aufdie Hülfe und richtet euch mit dem Worte auf. Es wird mit eu-rer Erlösung nicht geschwinde hergehen, ihr müsset auf die Erret-tung warten; es gilt Harrens; haltet den Feind nur aus undseyd starck im Glauben, so werdet ihr triumphiren. Will jemandein Exempel haben, so siehe an, was seit zwölf Jahren hervorge-gangen ist. Wir sind auf so mancherlei? Weise bestürmet worden,mit Gewalt und List, daß es einem, der daran gedencket, un-glaublich zu seyn düncket. Wie viel Schulen und Lehrer seyn auf-gestanden, die wider uns geschrieben haben? Wie viel Fürstenhaben das Wort mit dem Schwerdt zu vertilgen gesucht? Nach-dem aber der Krieg mit dem Pabft ein Ende hatte, so stundenmancherlei) und unzahlige Ketzer auf. Wenn diese werden vor-über seyn, so werden andere an deren Stelle kommen. Also folgtimmer ein Heer auf das andere, und diese alle rüsten sich mitGewalt wieder uns. Der Satan aber gehet mit allen diesen sei-nen anhaltenden Bestürmungen darauf um, daß er die Ehre desHerrn verderbe, das ist, die Erkenntnis; Christi entweder ver-dunckle, oder gantz und gar hinwegnehme, die wir durch dasWort haben und empfangen. Es ist alles um das Wort zu thun.Auf das Wort Gottes ist es abgesehen; wenn dieses hinweg ist,so weiß er, daß er triumphiren wird. Deßwegen werden wir auchm geheim, ein jeglicher vor sich, angefochten durch Schwachheitdes Glaubens, durch Empfindung der Sünde, durch Gewissen-fttupel, durch Ueberdruß der Armuth, durch Geilheit, durch Geitz,durch Hochmuth w. Also ruhet er nicht, heimlich und öffentlich