42 Jesaia 26.
Feinde, sowohl innerliche, als ausserliche, habe. Die ausserlichensind die Tyrannen und das gantze Pabstthum; die innerlichensind die falschen Brüder. Diese müssen wir dulden, die da nurUebel thun im richtigen Lande. Deßwegen aber sind die Fehlerdieser Leute nicht der Kirche zuzurechnen.
Denn sie sehen des Herrn Herrlichkeit nicht.
Gott hat seiner Kirche die höchsten Güter gegeben: Christum,seinen Sohn, den Glauben, der alle Gefahr überwindet, wahregute Wercke, den Heiligen Geist, den Verstand der Schrift, denFrieden des Gewissens w. Diese hohe Güter aber sind verdecktund die Herrlichkeit des Herrn liegt verborgen unter der Armuth,unter der Schmach, unter Schwachheiten und andern Uebeln,mit welchen die Kirche von dem Satan und der Welt gedrücktwird und deßwegen zu bodcn liegt. Die Gottlosen nun sehennur auf die ausserliche Gestalt, und weil sie unreine Augen ha-ben, sehen sie nichts, als nur dasjenige, was unrein tst. Diejetzt erzahlten Güter aber sehen sie nicht. Das ist aber eben so,als wenn einer nicht das Angesicht eines Menschen, sondern nurdie schandlichen Theile des Leibes betrachten und den Menschen^ nach diesen beurtheilen wollte. Wegen eines kleinen Versehensschreyen sie alsbald aus: Sehet, das sind die Früchte von demEvangelio, das sie lehren. Das aber sehen sie nicht, daß sielurch das Evangelium von der Tyranney des Pabsts, vom Feg-seuer, von der Ohrenbeichte und von unzahligen andern Lastenbefreyet sind. Viel weniger sehen sie die Vergebung der Sünden,lie Ruhe des Gewissens, die gewisse Hoffnung des ewigen Le-bens, den Sieg über den Tod und über alles Ungemach.
V. 11. Herr, deine Hand ist erhöhet, das sehen sie nicht.
Mitten unter diesen Schwachheiten und Drangsalen derKirche ist deine Hand erhöhet, weil die Christen taglich in Sün-den gerecht werden, im Tode leben, in der Schande gelobet wer-den und herrlich sind. Das sehen die Gottlosen nicht, weil sienur nach dem ausserlichen Schein und nach dem Unflath richten.Wir aber sehen die Hand des Herrn erhöhet, die sie für unter-drückt halten. Also, da sie den Johann Huß verbrannten, sahensie nicht die erhohete Hand des Herrn.
Wenn sie es aber sehen werden, so werden sie zu schän-den werden im Eifer über die Heyden.
Wenn sie werden die erhöhete Hand des Herrn sehen, daßsie die aus den Heyden gesammlete Kirche nicht unterdrückenkönnen, so werden sie darüber in Zorn und Eifer gerathen, bis