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4 (1827)
Entstehung
Seite
41
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Jesaia 26. 41

schen Wercke und Thun verdammet, und allein Christi Verdiensteanbeut, auf die wir uns verlassen sollen. Wenn diese Gerichtenicht da fern, so werden die Menschen verführet, und man lerntGottlosigkeit unter dem Schein der Gerechtigkeit. Wo derowe-gen das Wort nicht ist, da ist auch nicht Gerechtigkeit. Folglichist das gantze Pabstthum lauter Ungerechtigkeit, weil es das WortGottes verfolget.

V. 10. Aber wenn den Gottlosen gleich Gnade angeboten wird,so lernen sie doch nicht Gerechtigkeit.

Das ist eine Beantwortung eines Einwurfs: Obgleich demGottlosen Gnade durch das Wort angeboten wird, so lernet erdoch nickt Gerechtigkeit. Denn so lautet es im Hebräischen.Ader wider dieses Aergerniß soll uns der vorhergehende Spruchtrösten, daß, ob wir gleich keinen, oder einen sehr geringen Fort-gang des Worts sehen, wir dennoch nicht ablassen, selbiges zulehren. Denn deßwegen, weil sich die Gottlosen nicht bekehrenlassen, soll man nicht von der Schuldigkeit, es zu lehren, ablassen.Denn es sind allezeit etliche, die eine Begierde haben, unterrich-tet zu werden. Ja, wenn wir auch nichts mehr erhalten kön-nen: so wird doch dem Satan die Gelegenheit benommen, daßer nicht kann seinen Gifft lehren und unter die Menschen aus-streuen. So liegt demnach die Schuld nicht an der Lehre, son-dern an den Menschen, daß sie nicht alle bekehret werden. Die-ses saget der Heilige Geist zuvor, daß wir uns nicht argern unddeßwegen vom Lehramte ablassen. Denn diese Versuchung ma-chet frommen Lehrern vielen Verdruß, wenn sie sehen, daß dasWort so verachtet wird.

Sondern sie thun nur Uebel im richtigen Lande.

Im richtigen Lande, das ist, im Lande, welches das, wasrichtig ist, stehet, unter dencnjenigen, die richtig sind, die wederzur Lincken noch zur Rechten abweichen, die aufrechtem Wegeeinbergehen und weder ihr Vertrauen auf ihre Wercke setzen,noch wegen ihrer Sünden verzweifeln. Denn das ist die Nich-tigkeit. Und gleickwohl wird der Gottlose nichts desto wenigernicht gebessert, er laßt nicht ab von seiner Ungerechtigkeit; sonderner machet denen, die richtig einhergehen, viel zu schaffen undoerhindert das Wort. Diese Stelle aber tröstet uns wider dieVerleumdungen unserer Widersacher, welche, da sie sehen, daßviele bey uns in dem größten Mißbrauch der Frenheit leben, unsvorwerfen- Sehet, das sind die Evangelischen. Diesen antwortetChristus allhier und spricht: Es sey wahr, daß die Kirche ihre