Druckschrift 
4 (1827)
Entstehung
Seite
37
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Jesaia 26. -37

sondern durch die Barmhertzigkeit dessen, der dieses ehemals ver-bissen hat. Und dieser Friede wird auch nicht behalten, ausserdurch Hoffnung, welches wohl zu mercken ist. Denn wer sichnicht auf Christum verlaßt, der wird niemals ruhig seyn. Sichaber auf Christum verlassen, ist deßwegen schwer, weil das Fleischimmerdar etwas suchet, darauf es sich sicher verlassen könne;und es kann sich nicht auf solche Dinge verlassen, die nicht indie Augen fallen. Aber der Prophet erinnert, man versuche die-ses vergeblich, weil der Friede einzig und allein darinnen bestehe,daß man auf Christum hoffe. So wird es denn geschehen, daßwir mit Gott und Menschen Friede haben. Denn weil wir ineinem Leibe sind und ein Haupt haben, nemlich Christum, sosind wir unter einander gleich und haben keine Gelegenheit zurUneinigkeit. Dieses muß man öfters in Predigten einscharffen,daß die Menschen wissen, worinnen der brüderliche Friede bestehe,nemlich nicht in der Gleichheit der Sitten oder der Tracht, wie sichdie tbörichten Menschen bey jetzigen Zeiten einbilden, sondern inder Gleichheit der Hoffnung und des Vertrauens, die wir durchChristum haben und die allen gleichdurch gemein ist. Gleichwieaber nur ein Christ ist, also ist auch nur eine Hoffnung und einGlaube.

V. 4. Darum verlasset euch auf den Herrn ewiglich; denn Gottder Herr ist ein Fels ewiglich.

Werdet nicht schwach in Versuchungen, hoffet allezeit. Gottwird nicht müde noch überdrüßig, euch zu helfen; werdet ihr nurnicht müde noch überdrüßig, auf ihn zu hoffen und ihn anzu-rüsten. Es ist aber dieses eine fear nöthige Erinnerung. DennSatan ist schon vom Anfang der Welt her geübt, und durch dietagliche Uebung noch listiger worden. Wenn er uns nicht durchdie Grösse der Versuchungen überwinden kann, so suchet er unsdurch dererselben Anhalten zu überwältigen, bis er uns müdemache. Wenn nun einige öfters gerne sterben wollten, so laßters nicht zu, daß sie getödtet werden, damit er sie zum wenigstendurch Verdruß überwinde, wenn er sie durch Gewalt und Listnicht überwinden kann. Und dieses ist die höchste Bosheit desSatans; wollen wir dieselbe überwinden, so müssen wir unfernMuth mit dieser und andern Stellen der heiligen Schrift star-ben, auf daß, gleichwie er nicht müde wird, uns zu bestürmen,also wir nicht müde werden durch Anhalten im Gebet und inder Hoffnung, bis wir den Sieg erhalten. Denn Gott der Herr(stricht allhier der Prophet) ist ein Fels ewiglich. Der in uns