36 Jesaia 26.
V. 6. Jauchze und rühme, du Einwohnerin zu Zion, dennder Heilige Israel ist groß bey dir.
Du hast Vergebung der Sünden, Friede, den HeiligenGeist: derowegen jauchze, und opffere Gott das Opffer des Lobes.Diß sey dein Gottesdienst, diß sey dein Opffer, daß du fürs erstediese Wohlthaten annehmest, hernach fröhlich dafür danckest, die-selben rühmest und guten Muchs seyst.
I e s a i a 2 6.
Ein Lied von dem Reiche und der Rirche Gorres.
bisher hat er die Verwüstung der Synagoge und des JüdischenReichs beschrieben. Also kann das Lied, welches hier folget, nichtvon dem irdischen Jerusalem verstanden werden, sondern manmuß es von der Kirche annehmen.
V. 1. Zu der Zeit wird man ein solch Lied singen im LandeJuda: Wir haben eine veste Stadt, Mauren und Wallesind Heil.
Wir haben nunmehro eine gantz andere Stadt, in welcherdas Priesterthum und das Reich Christi ist. Ihre Mauren ha-ben Heil und Sieg, auch wider die Pforten der Höllen.
V. 2. Thut die Thore auf, daß hereingehe das gerechte Volck,das den Glauben bewahret.
Das ist eine Beschreibung der Bürger in dieser Stadt. DieKirche stehet allen offen, die zur selbigen eingehen wollen. Dieseaber sind das gerechte Volck dadurch, daß es den Glauben be-wahret, oder das die treuen Zusagungen, das ist die Verheissungenund Bündnisse halt, und das dem Worte glaubet.
V. 3. Du erhaltest stets Friede, nach gewisser Zusage, dennman verlaßt sich auf dich.
Von dem Haupte und Könige dieser Stadt sagt er, daß erüberall Frieden halte: von aussen, wider die Welt, das Fleischund den Satan, von innen, wider das Gewissen, daß wir imGemüthe ruhig sepn. Das geschieht nicht durch unser Zbun,