Druckschrift 
4 (1827)
Entstehung
Seite
30
Einzelbild herunterladen
 

Zg Iesaia 11.

und Bemühung, sondern die Erhöhung des Paniers beweget dieHenden, daß sie nach ihm fragen. Das Panier wird erhöhetdurch die Predigt des Evangelii; denn Christus wird durch dasWort den Augen des Verstandes vorgestellet, daß man nach ihmsehe. Er nennt ihn aber deswegen ein Kriegspanier, weil Chri-stus in den Versuchungen seine Hand mit hat und kraftig ist.Angleichen, weil die Christen stets in der Schlacht und im Streitwider den Satan, die Welt und ihr Fleisch und Blut sind.

Seine Ruhe wird Ehre sepn.

Denn also will ich es lieber übersetzen, als: sein Grab.Hiermit setzet er hinzu, wie er sein Reich anrichten werde. Ernennet aber seine Ruhe, seinen Tod, weil Christus nach seinemTode sein Reick anfangen und voller Ehre sepn wird, wenn ervon allen für todt wird gehalten werden. Ferner muß man beydergleichen Stellen, so vom Reiche Christi handeln, mercken, daßdie Gottheit und Menschheit Christi darinnen beschrieben sey. Ernennet Christum die Wurtzel Jesie; folglich wird er ein natürli-cher Sohn Jsai und ein wesentlicher und wahrer Mensch seyn,der Leib und Seele hat. Daß die Heyden nach ihm fragen wer-den, darinnen ist seine Gottheit beschrieben. Denn ein solcherGlaube kömmt niemanden, außer allein Gott zu, wie oben im8. Cap. ist gesagt worden. Und erlösen, befreyen, helfen, sindgöttliche Wercke, welche niemanden können zugeschrieben wer-den, außer dem wahren und wesentlichen Gott. So stehet auchdarbey, er würde ein Sohn von einer Jungfrau seyn. Dennwenn er die Heyden erlösen soll, so wird nothwendig erfordert,daß er ohne Sünde sey; folglich wird er nicht aus sündlichemSaamen gezeuget werden; folglich wird er ohne einem fleischli-chen Vater, von einer Jungfrau geboren werden. Ferner redeter gantz deutlich von seinem Leiden und Tode, sintemal er spricht,daß er im Grabe ruhen werde. Auch seiner Auferstehung wirdgedacht, indem er sagt: Seine Ruhe wird Ehre seyn, das ist,nach seinem Tode wird er glorreich herrschen.

V.II.Und der Herr wird zu der Zeit zum andernmal seineHand ausstrecken, daß er das Uebrige seines Volcks er-kriege, so überblieben ist von den Assvrern, Egyptern,Pathros, Mohrenland, Elamiten, Sinear, Hamath,und von den Jnsulen des Meeres.

Er hat weiter nichts vom Reiche Christi sagen können, dero-