Druckschrift 
4 (1827)
Entstehung
Seite
29
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Jesaia 11, l2!1

Mosaische Gerechtigkeit und alle Verdienste der Wercke zu nichte.Und muß man diesen Ort fleißig mercken, daß wenn, es sey, woes wolle, vom Beruf der Heyden geredet wird, man alsobalddiesen Schluß hinzu thue: Also folget nothwendig, daß das Ge-setz und der gantze Gottesdienst des Gesetzes müsse abgeschaffetwerden. Muß aber das Gesetz nothwendig abgeschaffet werden,so folget, daß keine guten Wercke etwas zur Gerechtigkeit be-tragen, sondern die Gerechtigkeit wird aus Gnaden, und nichtaus uns seyn. Also wird auch die Aufhebung des Gesetzes im117. Psalm, 1. angedeutet: Lobet den Herrn, alle Heyden.Und nicht allein dieses, sondern es wird auch die Gerechtigkeitaus Gnaden angezeiget, als welche uns ohne vorhergehendeWercke zufallt. Denn die Heyden sind ein Volck ohne dasGesetz Gottes, das mit allen Arten der Sünden beflecket ist.Angleichen daraus, daß er hinzu setzt: die Heyden würden nachdieser Wurtzel fragen, folget, daß sie Mosen nicht ferner suchenwerden, item, daß weder das Gesetz, noch Moses, noch dieLeviten, noch die Propheten, zur Gerechtigkeit hinlänglich ge-wesen. Also liegt in dem Worte: Sie werden darnach fra-gen, die Kraft und der Gebrauch des Reichs Christi, als welcheralles zu sich ziehen wird, nachdem er wird erhöhet seyn, Ioh.12, 32. Sie werden nach der Wurtzel Jsai fragen; folglich wer-den sowohl Jüden, als Heyden alles, was ihre ist, verwerfen;folglich gilt keine andere Gerechtigkeit, als die Gerechtigkeit Christi;folglich sind alle Wercke, Verdienste, und was nicht Christus ist,verdammt, wenn es in der Meynung, dadurch gerecht zu werden,geschieht. Fragen bedeutet: glauben, sorgen, bekümmert seyn,daß man Christum und seine Gerechtigkeit behalte. Derowegenzernichtet diese Stelle des Propheten schlechterdings das Reich derJuden, ja auch der Heyden. Denn wenn sie nach Christo fragen,so folget, daß sie ihre Götzen verlassen werden, die sie angebetethaben. Und solchergestalt stürtzet dieser Text und kehret umalle Reiche bis ans Ende der Welt; gleichwie wir auch sehen, daßdas pabstische Reich fallt, welches ein verwirrter Klumpen ist vonallerley Religionen und Vertrauen, die gar nicht mit einanderubereinstimmen. Derowegen muß diese Wurtzel nothwendig eineVerwirrung unter allen Reichen in der Welt anrichten. Nun-wehro füget er eine Beschreibung der Person bey.

Die da stehet zum Panier der Völker.

Nach Christo kann man nicht fragen durch eigenes Thun