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schichten lesen, daß die heiligen Vater die Schlangen zerrissenhaben, doch will ich lieber der Allegorie folgen, daß die Meynungdiese sey: Ein Kind wird seine Lust daran haben, daß er die Ot-tern aus ihren Löchern heraus ziehe, das ist, die Prediger desWorts, die in der Welt verachtet, schwache und einfaltige Leutesind, werden den Teufel, der in den Hertzen der Menschen woh-net, austreiben. Sie werden sich nicht vor denen Basilisken, dasist, den Ketzern, fürchten, welche auch durch ihr blosses Anschauendie Zuhörer anstecken. Sie werden sie mit Freuden tödten, dasist, sie werden den Menschen ihre gichtigen und schädlichen Mey-nungen, die sie in ihren Hertzen haben, benehmen. Und diesesalles werden sie thun durch das mündlich gepredigte Wort desEvangelii. Derowegen ist das die höchste Gottlosigkeit und einmehr als teuflischer Jrrthum, daß heut zu Tage viele, auch vondenenjenigen, die sich einige Gelehrsamkeit anmaassen, die ausser-liche Predigt des Worts als unkraftig verachten.
V. 9. Man wird nirgend verletzen noch verderben auf meinemheiligen Berge.
Es wird vollkommener Friede in der Kirche seyn; es wirdeine solche Eintracht seyn, die-auch aus denen Uneinigen eineHeerde machen wird.
Denn das Land ist voll Erkenntniß des Herrn, wie mitWasser des Meeres bedeckt.
Das ist die Ursache von dieser allerschönsten Eintracht, daßsie nemlich einen Ueberfluß an der Erkenntniß Ehristi haben wer-den. Denn wenn der Streit über dem, was mein und dein ist,aufgehoben wird, das ist, daß weder meine, noch deine Gerech-rigkeit, sondern allein die Gerechtigkeit Christi gilt, alsdenn er-folget nothwendig der Friede, weil wir allzumal gleichdurch Sün-der sind und der Gnade bedürfen. Also ist in Christo alles eins,und es hat keiner Ursache, sich dem andern vorzuziehen.
V. 10. Und es wird geschehen zu der Zeit, daß die WurtzelJsai, die da stehet zum Panier den Völckern, nach derwerden die Heyden fragen, und seine Ruhe wird Ehreseyn.
Das ist eine treffliche Stelle vom Beruf der Heyden, undvon der Ausbreitung des Worts unter die Heyden, und wird vorallen Dingen aus diesem Texte der Schluß gemacht: Wenn dieHeoden mit den Juden sollen in einem Leibe vereiniget werden,so wird nothwendig das gantze Jüdische Ceremonialgesetz müssenaufgehoben werden. Also machet er alles Vertrauen auf die