26 Iesaia 11.
gleich wie wir durch eine fremde Sünde alle gestorben seyn, alsomüssen wir auch alle durch eine fremde Gerechtigkeit selig werden.Denn in diesem Reiche wird nicht gerichtet, nachdem die Augensehen, noch nachdem die Ohren hören, das ist, nach eines jedeneigenen Wercken, sondern nach der Gerechtigkeit Christi, welchedie Glaubigen im Glauben erzreichen, sich darauf verlassen undselig werden. Die übrigen folgen gewissen Wercken, derohalbenkann es nicht anders kommen, da sie sich etwas, so im gemeinenLeben nicht gemein und brauchlich ist, erwählet haben, als, siemüssen hochmüthig seyn und sich etwas darauf einbilden. Alsowollten die Eremiten, weil sie eine harte Lebensart führten, gleichals waren sie in eine andere Welt versetzt, noch etwas hoher, alsdie Bischöffe, in der Kirche seyn. Aber der Geist kehret sich andiese Person oder Larve nicht ec. Er richtet mit Gerechtigkeit,gleichwie folget.
V. 4. Sondern er wird mit Gerechtigkeit richten die Armen,und mit Gericht strafen die Elenden im Lande.
Gleichwie er im Evangelio spricht: Die da hungert unddurstet nach der Gerechtigkeit, sollen satt werden, also beschreibeter das Reich Christi, daß es eine solche Lehre habe, die eine fremdeGerechtigkeit lehret, welche Gerechtigkeit vom Himmel denjenigenverliehen wird, die da die Gerechtigkeit nickt haben, den Armenund Elenden, die von ihren Sünden und bösem Gewissen geang-stet werden und die Vergebung der Sünden von nöthen haben.Und wird mit dem Stabe seines Mundes die Erde schla-gen, und mit dem Oden seiner Lippen die Gottlosentödten.
Das ist eine Bekräftigung des vorhergehenden, daß diesesReich nicht durch Waffen, sondern durch die Kraft des heiligenGeistes erhalten wird. Der Stab des Mundes bedeutet dasmündliche Wort, oder das Evangelium, welches von dem Mundealler dererjenigen ausgehet, welche rein lehren. Dieses ist nichtunkraftig, sondern Frucht bringend; es machet die Frommen ge-recht, es richtet und verdammet die Gottlosen.
V. 5. Gerechtigkeit wird der Gurt seiner Lenden seyn, und derGlaube der Gurt seiner Nieren.
Unser Christus und sein Reich ist auch mit Waffen versehen;aber nicht mit Schwerdt und Eisen, sondern mit Gerechtigkeitund Glauben, wie die Waffen Christi und der Kirche erzehlet wer-den, Eph. 6, 11 ff. Ziehet an den Harnisch Gottes, daß ihr be-stehen könnet gegen die listigen Anlauffe des Teufels. Denn wir