Druckschrift 
4 (1827)
Entstehung
Seite
15
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Jesaia 4. 15

Ansehung derselben nennen es die Propheten Gottes Zorn, wenner die Seinen mit Creutz heimsuchet, da es doch in der Thatund Wahrheit nicht Gottes Zorn, sondern eine Liebesruthe ist.Darzu kömmt auch noch der Satan und vermehret die Verzweif-lung, daß das Hertze an der Gnade Gottes zweiflet, und anfangtsich vor Gott zu fürchten und ihn zu hassen, als einen Hencker,daß man also auf beyden Seiten Schmertzen und Angst empfin-det, auswendig am Fleisch und innwendig im Gewissen. Dasist eigentlich die Hitze, von welcher hier der Prophet redet, vonwelcher das Gewissen ausgedorret wird. Hier ist der HeiligeGeist vonnöthen, der uns lehre, und ein frommer Bruder, deruns erinnere und unterrichte, Gott wolle nichts anders, als daßer uns aus vaterlicher Liebe bessere und uns seine Macht unddie Kraft des Worts zeige, welches endlich triumphiret, damitwir erfahren, und auch der Satan sehen möge, das Wort seyeine unüberwindliche Kraft Gottes, wider welche die Pforten derHölle nichts ausrichten können, und damit also die Kraft desHeiligen Geistes, der in uns wohnet, verherrlicht werde. Werohne diesen Schutz des Worts auf Fürsten und auf das gemeineVolck flehet, dergleichen wir viele gesehen haben, der wird, nachdem Ausspruch der Schrift, betrogen; Wer sich auf Menschenverlaßt, der wird fallen. Gleichwie aber das Vertrauen auf Men-schen verboten wird, also wird auch Gott beleidiget, wenn wirden Glauben wegwerfen und uns allzu sehr vor Menschen fürch-ten. Wie er unten im 7. Cap. 4. zum Achas sagt: Fürchte dichnicht, und dein Hertz sey unverzagt vor diesen zweyen rauchen-den Löschbranden, nemlich vor dem Zorn Rezin, samt den Sy-rern, und des Sohns Remalja. Aber Achas gab ihm kein Ge-hör, gleichwie wir alle von Natur ungläubig sind an die gött-lichen Verheißungen. Wer aber dem Worte glaubet, der wirdgewiß errettet werden. Denn dieses ist unser einziger Schutz.Denn die erschrockenen und schwachen Seelen können durch mensch-liche Hand nicht aufgerichtet werden. Hier ist das Wort nöthig;wer dieses ergreisset, der empfindet Erquickung und Kühlung fürdie Hitze-, der Regen aber sind die äußerlichen Anfalle, von wel-chen nicht das Gewissen, sondern der Leib Ungemach empfindet.Demnach wird an diesem Orte Christus als derjenige vorgetra-gen, der in allen Trübsalen, sowohl geistlichen als leiblichen,unser Schirm sey. Denn da kann kein Zorn seyn, wo du stehest,daß der Sohn Gottes für dich in den Tod gegeben sey, damit duleben möchtest. Derowegen lasset euch die Benennungen Christi,