Druckschrift 
4 (1827)
Entstehung
Seite
16
Einzelbild herunterladen
 

1K Jesaia 9.

womit ihn hier der Prophet zieret, bestens anbefohlen seyn, daßer nemlich eine Hütte sey zum Schatten für die Hitze, und eineZuflucht und Verbergung für dem Wetter und Regen. Aufgleiche Art ziehet auch Paulus alles auf diesen Christum, wenner spricht, Col. 2, 9.- In ihm wohnet alle Fülle leibhaftig. Die-ser ist uns deswegen zum Gnadenstuhl vorgestellet, Rom. li, 25.,damit wir nicht verzweifeln, von Gott abweichen und erschrecketwerden möchten durch andere verhaßte Gespenster ausser Christo,in welchem allein unser Sieg und Leben ist.

Jesaia 9.

«Line Weissagung vom Reich Christi und von dem leiblichen

Israel.

«Aier rücket er eine Weissagung ein von dem zukünftigen ReichChristi, von dem Unglauben der Jüden und von der Kirche, wel-che aus den Heyden sollte versammlet werden.

V. 1. Das Volck, so im Finstern wandelt, stehet ein groß Licht,und über die da wohnen in Finsternis, scheinet es helle.

Mit einem Wort hebt er alle Gerechtigkeit, Weisheit undMacht der Welt auf und machet sie zu schänden. Denn wenner das Land der Jüden Finsterniß nennet, so sind die Heydenviel mehr Finsterniß. Ferner, so war dieses das Verdienst sowolder Jüden, als Heyden, um deswillen sie dieses Licht des Evan-gelii und das Reich der Gnaden gesehen haben, weil sie in Fin-sterniß wandelten. Also sind heut zu Tage unsere Verdienste,womit wir dieses Licht des Evangelii verdienet haben, unendlicheGreuel des Pabstthums, in welchen wir gelebet haben. Alsosind gar keine Verdienste, die vorhergehen, sondern es wird allesaus göttlicher Gnade angeboten.

V. 2. Du machest der Heyden viel, damit machest du der Freu-den nicht viel. Vor dir aber wird man sich freuen, wieman sich freuet in der Ernte, wie man fröhlich ist, wennman Beute austheilet.