Jesaia 4.
das Fleisch samt dem alten Menschen tobten. Zum dritten wirder in Gefahr beystehen, vor Gewalt beschützen, in Widerwärtig-keit trösten w.
V. 2. Zu der Zeit wird des Herrn Zweig lieb und Werth seyn,und die Frucht der Erde herrlich und schön bey denen,die behalten werden in Israel.
Der Zweig des Herrn und die Frucht der Erde ist Christus.Dieser, spricht er, wird sich in seiner Majestät und Herrlichkeitzeigen, er wird über alle seine Feinde erhaben werden, er wirdleben und uns alles überflüßig geben. Dieses alles aber geschiehtdurchs Wort. Christum aber nennet er deßwegen des HerrnZweig, auf daß er uns wider das Aerqerniß der Schwachheit unddes Creutzes aufrichte, als womit Christus und das Evangeliumunterdrücket werden. Laß dich, spricht er, diese äufserliche Ge-stalt nicht irren. Denn ob wohl Christus in der Welt schwachist, gecreutziget und verachtet wird: so ist er doch in den Augendes Herrn herrlich und ein wahrhafter Zweig.
V. 3. Und wer da wird übrig seyn zu Zion und übrig bleibenzu Jerusalem, der wird heilig heifsen, ein jeglicher, dergeschrieben ist unter die Lebendigen zu Jerusalem.
Nicht allein Christus in seiner Person wird ein solcher seyn,sondern er wird auch besagte Reichthümer unter die Uebrigen desVolcks austhcilen, welche Heilige heifsen werden, weil Gott inihnen wohnen wird, und sie werden nur zum göttlichen Gebrauchgewidmet seyn.
V. 4. Denn wird der Herr den Unflath der Tochter Zion wa-schen, und die Blutschulden Jerusalem vertreiben vonihr durch den Geist, der richten und ein Feuer anzündenwird.
Auch dieses Stücklein gehöret zur Austheilung der Reich-thümer, die in Christo sind; weil der Geist alsbald das Fleischtobtet, damit auch die äufserlichen Gliedmaassen des Leibes vonder Ungerechtigkeit abtreten und wir unschuldig leben mögen.Denn die Gerechtfertigten werden täglich durch den Heiligen Geistgereiniget und abgewaschen. Denn wir werden täglich von man-cherley Sünden angefochten, damit wir theils an uns, theils auchandern erfahren, was für Bosheit in unfern Hertzen sey, unddamit wir wider die Sünde die Kraft Christi empfinden mögen,der durch seinen Geist in uns wohnet. Es leget aber der Pro-phet dem Heiligen Geist ein doppeltes Amt bey. Der Geist desBerichts ist, mit welchem Christus das Gericht ausübet, daß er