12 Zesaia 2.
verdammet. Denn warum wollen diejenigen, so dieses hörenund glauben, streiten, wenn sie sehen, daß sie nichts gerechter,heiliger und weiser, als andere seyn? Matth. 21, 31. Dero-wegen sind Christen leicht unter einander einig, welche erkennen,daß alle durch einerley Gnade müssen selig werden, und daß kei-ner vor dem andern etwas verdiene oder nicht verdiene ?c.
V. 5. Kommet ihr nun, vom Hause Jacob, laßt uns wan-deln im Lichte des Herrn.
Es siehst der Prophet den bevorstehenden Fall seines Volcks,derowegen vermahnet er sie und spricht: Euch fürnehmlich gehetdas Evangelium an, welchen es so lange vorher verheissen ist.Wohlan, verabsäumet die Zeit der Gnade nicht, wandelt imLichte, so lange ihr es habt. Jetzt ist die dem Herrn angenehmeZeit; wenn ihr selbige verabsäumet, so wird das Reich von euchgenommen und einem Volcke gegeben werden, das seine Früchtebringet.
Iesaia 4.
Die Herrlichkeit des Reichs Christi.
Nachdem er nun also den elenden Fall des Jüdischen Reichsvorhergesagt, so tröstet er nunmehro wiederum die Ueberbliebenen,und spricht: Der beste Theil des Volcks werde übrig bleiben, wel-cher die herrlichen Verheissungen vom Reiche Christi erlangensolle. Gleichwie er auch bey dem Jeremia 15, 11. spricht:Wohlan, ich will eurer etliche übrig behalten, denen es soll wie-der wohl gehen, und will euch zu Hülfe kommen in der Rothund Angst unter den Feinden. Und Moses in seinem Liede 5.Mos. 32, 36: Der Herr erbarmet sich über seine Kinder. Fer-ner bedienet er sich dieser Ordnung: Anfangs trägt er vor, dasReich Christi werde prachtig und herrlich seyn. Hernach erkläreter, worinne diese Herrlichkeit bestehen werde, daß nemlich Chri-stus der Kirche vortreffliche Gaben mittheilen werde. Fürs ersteheiliget er sie. Zum andern wird er die Sünden vergeben, und