Druckschrift 
4 (1827)
Entstehung
Seite
10
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Jesaia 2.

bestehet nicht in der Wissenschaft, sondern im Affecr. DieserAffect kann dem Worte niemals vollkommen glauben, wegen derSchwachheit des sündigen Fleisches. Derowegen bleiben sie stetsSchüler und kauen das Wort wieder, auf daß das Hertze fürund für durch eine neue Flamme erwecket und nicht trage werde,oder einen Eckel vor dem Wort bekomme. Darzu kömmt nochdieses, daß wir taglich fallen. Denn das Fleisch, der Tod, dieSünde, die Welt und der Satan, der Fürst der Welt, lassennicht ab, uns anzufallen. Vor diesen Feinden sind wir keinenAugenblick sicher. Wenn wir nun nicht stets das Wort gebrau-chen, damit wir es im Stande der Versuchung denen Anfallendes Satans entgegen setzen, so ist es um uns geschehen. Dennalsbald auf die Sünde folget ein böses Gewissen, welches durchnichts, als das Wort Gottes, kann aufgerichtet werden, durchwelches allein die Christen leben und ernähret werden. Die übri-gen, welche das Wort verlassen, die fallen nach und nach auseinem Laster in das andere, bis sie umkommen. Derowegenmuß das Ehristenthum allein in dem Gehör des Worts gesetzetwerden, und diejenigen, so entweder von geistlichen oder leib-lichen Versuchungen überfallen werden, sollen wissen, daß sie dasWort nicht im Hertzen haben. Wenn sie nun wollen befreyetwerden, so müssen sie wieder zum Worte kommen und sich Chri-stum fürstellen, der uns einladet, Matth. 11, 28: Kommet herzu mir alle, die ihr beladen seyd. Ingleichen Joh. 11, 25: Ichbin die Auserstehung und das Leben, ich bin nicht die Hölle oderTod. Kömmt hernach wieder eine andere Versuchung, wie esdenn geschieht, mußt du wiederum zu Christo deine Zuflucht neh-men, der uns tröstet, Joh. 6, .57: Wer zu mir kömmt, denwill ich nicht hinausstossen:c., und du wirst gewiß im Wort dieKraft Gottes empfinden, womit es die Glaubigen lebendig undselig macht.

Er wird uns seine Wege lehren.

Die Wege des Herrn sind Wercke nicht unsere, sondern desHerrn, welche er selbst in uns durch seinen Geist und Wort wir-cket, nemlich, daß er die Wercke des Teufels zerstöret, die Sün-de, den Tod, die Traurigkeit, Schrecken, und die taglichen Falle,von welchen wir übereilet werden, und wircket in uns die ent-gegen gesetzten guten Dinge, als Gerechtigkeit, Leben, Freude,Hoffnung, Geduld :c. Dieses sind eigentlich die Wege desHerrn, welche sein Wort, wenn wir es hören und glauben, mitsich bringet. Alle andere Wege, welche vom Wort abweichen,