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Z e s a i a 2.
von dem Reich und Rieche Christi, und von der predige
des «Lvangelii.
Aas Königreich Iuda ist nach der Babylonischen Gefangenschastdeßwegen erhalten worden, auf daß Christus in selbigem geborenwürde, wie Gott verheifsen hatte. Da er nun im ersten Capiteldas bevorstehende Unglück vorhergekündiget und doch gleichwohldarbey gesprochen, er wolle die Uebrigen erhalten: so setzet er nun-mehro hinzu, warum er die Uebrigen wolle erhalten wissen, nem-lich um Christi willen. Also handelt dieses Capitel von nichtsanders, als daß es das geistliche Reich Christi beschreibet, inwelchem er durchs Wort hin und wieder regieret. Es geschiehtaber dieses in schöner Ordnung. Zuerst tragt er vor: Es wirddie Kirche zu einer sehr großen Menge wachsen. Hernach sagter, woher und von welchen es wachsen wird, nemlich von denHeyden. Zum dritten setzt er auch die Art und Weise hinzu,wie es wachsen wird, nemlich durch die Predigt des Evangelii.Und hier nennet er auch den Ort, an welchem zuerst diese neuePredigt der Gnade solle bekannt gemacht werden. (Es ist aberdieses Stücklein sonderlich zu mercken, aus daß wir wissen, ChristiReich sey nicht ein leibliches, sondern ein geistliches Reich, welchesallein durch den Scepter regieret wird, wie im 1l0. Psalm 2.stehet, das ist, durch das Wort des Evangelii. Dieses Evange-lium, wo es lauter und rein geprediget wird, es sey an welchemOrt es wolle, da ist Christi Reich. Und dieses Kennzeichen derKirche, oder des Reichs Christi, kann nicht trügen. Denn wodas Wort ist, da ist der Heilige Geist, entweder beym Zuhörer,oder beym Lehrer. Die äußerlichen guten Wercke können betrü-gen, sintemal sie auch an den Heyden gefunden worden. Dero-wegen irret das Papstthum, welches dafür halt, es waren andereKennzeichen der Kirche, als das Wort. Und weil sie sagen, siewaren deßwegen die Kirche, weil sie einer andern Lebensart fol-gen, so betrügen sie sich selbst. Denn das Wort ist allezeit daseinzige, immerwahrende und unbetrügliche Kennzeichen der Kirchegewesen. Es irren auch die Juden, welche auf ein leiblichesReich ihres Meßia warten. Zum vierten setzt er die Früchte des