Druckschrift 
3 (1827)
Entstehung
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236
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236 Daß man die Kinder zur Schule halten soll.

wahr, wir Theologen und Juristen müssen bleiben, oder sollen alle-samt mit uns untergehen, das wird mir nicht fehlen. Wo dieTheologen wenden, da wendet Gottes Wort, und bleiben eitel Hey-den, ja eitel Teufel; wo die Juristen wenden, da wendet das Rechtsamt dem Friede, und bleibet eitel Raub, Mord, Frevel und Ge-walt, ja eitel wilde Thiere. Was aber der Kaufmann werben undgewinnen wird, wo Friede wendet, das will ich ihm alsdenn seinRegister sagen lassen; und wie nütze ihm alsdenn alle sein Gutseyn wird, wo die Predigt fallet, das sott ihm sein Gewissen wohl zeigen.

Und ist insonderheit verdrüßlich, daß solche ungeschliffene, un-christliche Worte die reden, so gantz Evangelisch seyn wollen: wis-sen jedermann zu meistern und zu überschreyen mit der Schrift,und gönnen dieweil weder Gott selbst, noch ihren eigenen Kindernso viel Ehre oder Gutes, daß sie dieselbigen zur Schulen zögen, da-mit sie zu solchen herrlichen göttlichen Standen, Gott und der Weltzu dienen, kommen möchten, die sie doch gewiß vor Augen sehen,gestifftet, bereitet und wohl versorget mit Gut und Ehren; sondernwenden sie davon, und stossen sie in des Mammons Dienst, da siedoch nichts gewisses vor Augen haben, darzu voller Gefahr, beydeLeibes, Guts und der Seelen seyn müssen, und über das, da nichtein Gottesdienst ist noch seyn kann.

Hier sollte ich auch erzählen, wie viel Gelehrte man habenmuß in der Artzeney und andern Künsten, von welchen HeydenStücken wohl ein groß Buch zu schreiben, und ein halb Jahr davonzu predigen wäre. Wo wollten Prediger und Juristen, und Aerzteherkommen, wo nicht die Grammatica und andere Redekünste vor-handen waren? Aus diesen Brunnen müssen sie alle Herstiessen.Aber es will mir jetzt zu lang und zu viel werden. Das sage ichkürzlich einem fleissigen, frommen Schulmeister oder Magister, oderwer es ist, der Knaben treulich zeucht und lehret, dem kann mannimmermehr gnug lohnen, und mit keinem Gelds bezahlen, wieauch der Heyde Aristoteles sagt. Noch ists bey uns so schandlichvcracht, als sey es gar nichts, und wollen dennoch Christen seyn.

Und ich, wenn ich vom Predigtamt und andern Sachen ab-lassen könnte oder müßte, so wollte ich kein Amt lieber haben, dennSchulmeister oder Knabenlehrer seyn. Denn ich weiß, daß dißWerck nächst dem Predigtamt das allernützlichste, grosseste und besteist, und weiß darzu noch nicht, welches unter Heyden das beste ist.Denn es ist schwer, alte Hunde bandig und alte Schalcke frommzu machen, daran doch das Predigtamt arbeitet, und viel umsonstgrünten muß; aber die jungen Baumlein kann man besser biegenNnd ziehen, ob gleich auch etliche drüber zerbrechen. Lieber, laß es