Druckschrift 
3 (1827)
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Daß man die Kinder zur Schule halten solle.

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dahin auf die Fleischbank, und gibst Ursach, daß ans allen Menscheneitel Thiere werden, und fresse zuletzt eines das andere. Solchesalles thust du gewißlich, sonderlich, wo du wissentlich dein Kind vonsolchem heilsamen Stande um des Bauchs willen zeuchst. Bist dunun nicht ein feiner nützer Mann in der Welt? der du brauchesttaglich des Reichs und seines Friedens, und du wiederum zu Danckraubest demselben deinen Sohn, und steckest ihn in den Geitz, undstrebest damit darnach mit allem Fleiß, daß niemand sey, der dasReich, Recht und Frieden helfe erhalten, sondern alles zu boden gehe,so du doch selbst dein Leib und Leben, Gut und Ehre durch solchRegiment hast und behaltest.

Was meynest du, daß du hiermit verdienest? Bist du auchWerth, daß du bey Menschen wohnen solltest? Was wird Gott aberdazu sagen, der dir Kind und Gut dazu gegeben hat, daß du sollstihm damit dienen, und dein Kind zu Gottes Dienst halten? Jstsaber nicht Gott gedienet, so man seine Ordnung und weltlich Regi-ment hilft erhalten? Nun laßt du solchen Dienst, als gienge er dichnicht an, oder als wärest du vor allen Menschen frey, und nicht schul-dig, Gott zu dienen, sondern mit deinem Kind und Gut zu machen,was dir gefastet, es falle Gott beyde mit weltlichem und geistlichemReich in Abgrund; willst gleichwol taglich des Reichs Schutz, Frie-de und Recht brauchen, und das Predigtamt und Gottes Wort dirbereit haben und dienen lassen, daß also Gott dein Diener müsseseyn gar umsonst, beyde mit Predigtamk und weltlichem Stande, aufdaß du ohne Sorge mögest dein Kind dieweil von ihm wenden, undallein dem Mammon dienen lehren. Meynest du nicht, Gott werdedeinem Geitz und Bauchsorg? ein Benedikte sprechen einmal: daßdu beyde mit Kind und mit allem, hier und dort verderbest? Lieber,erschrickt dein Herz nicht vor solchem greulichen Greuel deiner Ab-göttern), Gottes Verachtung, Undankbarkeit, Verstörung aller beyderGottes Stisst und Ordnung, ja, aller Menschen Schaden und Ver-derbung? Wohlan, ich will dir gesagt, und dich gewarnet haben;siehe du zu, du hörest beyde, Nutz und Schaden, den du thun kannst:^hue, welches du willst, so wird dirs Gott wohl vergelten.

Ich will hier schweigen, wie eine feine Lust es ist, daß ein Manngelehrt ist, ob er gleich kein Amt nimmermehr hatte, daß er daheimebey sich selbst allerley lesen, mit gelehrten Leuten reden und umge-ben, in fremde Lande reisen und handeln kann. Denn was etlicherLust ist, beweget vielleicht wenig Leute. Aber weil du denn ja denMammon und Nahrung so fast suchest, so siebe doch bier, wie vielund grosse Güter Gott auf die Schulen und Gelehrten gestiftethat, daß du die Lehre und Kunst nicht von des Armuths wegen darfst