228 Daß man die Kinder zur Schule hatten solle.
Schwerdt und Kronen erhalten hülfe; dem Fürsten sein Land regie-ren: Städten und Landen rathen und helfen, so manchem Mannseinen Leib, sein Weib, Kind, Gut und Ehre helfen, schützen, undnicht wolltest so viel daran wagen, daß er lernen und hierzu kom-menmöchte. Sagemir, was rhun alle Stifte und Klöster dergleichen?Ich wollte eines treuen frommen Juristen und Schreibers Wcrck neh-men für aller Pfaffen, Mönche und Nonnen Heiligkeit, wo sie ambesten sind. Und wenn dich solche grosse gute Wercke nicht bewe-gen, sollte dich doch wol allein Gottes Ehre und Wohlgefallen bewe-gen, da du weißt, daß du Gott damit so herrlich dankest, und einensolchen grossen Dienst thust, wie gesagt ist. Es ist je eine schänd-liche Verachtung Gottes, daß wir solche herrliche göttliche Werckeunfern Kindern nicht gönnen, und stärcken sie allein in des Bauchsund Geitzes Dienst, lassen sie nichts lernen, denn Nahrung suchen,gleichwie die Sau mit der Nasen immer im Koth wühlen, und nichtziehen zu solchem würdigen Stand und Wesen. Wir werden ge-wißlich unsinnig seyn müssen, oder haben unsere Kinder nicht rechtlieb.
Höre aber weiter zu: Wie, wenns Gott von dir haben willund fordert dein Kind zu solchem Amte? Denn du bist ja schuldig,deinem Gott solchen Stand helfen zu erhalten, wo du kannst. Nunkann er nicht erhalten werden, wo man Knaben nicht zur Lehre undzur Schulen hält, das hat ja keinen Zweifel, und darf wol in die-sem Stande geschicktere Leute, denn im Predigtamt, daß hier nochseyn will, die besten Knaben her zu halten. Denn im Predigtamtthuts Christus fast gar durch seinen Geist; aber im weltlichen Reichmuß man aus der Vernunft (daher die Rechte auch kommen sind)handeln: Denn Gott hat der Vernunft unterworfen solch zeitlich Re-giment und leiblich Wesen, 1. Mos. 2, 19., und nicht den heiligenGeist vom Himmel dazu gesandt: Darum ists auch schwerer, weiles die Gewissen nicht regieren kann, upd muß, so zu rechnen, imFinstern handeln.
Hast du nun ein Kind, das zur Lehre tüchtig, und kannst esdazu halten, thusts aber nicht, gehest hin und fragest nicht darnach,wo weltlich Reich bleibe, beyde mit Recht und Friede w., so thustdu, so viel an dir ist, wider weltliche Obrigkeit, wie der Türke, jawie der Teufel selbst. Denn du entzeuchst dem Reich, Fürstenthum,Land, Stadt, einen Heiland, Trost, Eckstein, Helfer und Netter, unddeinethalben verlieret der Kayser beyde, Schwerdt und Krone; dasLand verlieret Schutz und Frieden, und du bist der Mann, durchdeß Schuld, (so viel an dir ist) kein Mann seinen Leib, Weib, Kind,Haus, Hof, Güter sicher haben möge; sondern du opferst sie alle free