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3 (1827)
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224
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224 Daß man die Kinder zur Schule halten soll.

bleiben; was gilts? Und in Summa, es mag leicht dein Kind soviel Nahrung vom Predigtamt haben, als von einem Handwerck; eswäre denn Sache, daß du nach grossen Gut trachtest, aus deinemSohn einen grossen Herrn zu machen vor der Welt, wie die Vi-schöffe und Domherren sind. Bist du dcß gesinnet, so gehet dich dieseRede nicht an.

Ich rede jetzt mit den Glaubigen, die das Predigtamt ehrenund hochachten über allen Reichthum, als nächst Gott selber denhöchsten Schatz, den Menschen gegeben, daß sie wissen, wie grossenDienst sie Gott daran thun können und sollen, als die da lieber wol-len dieses Wercks theilhaftig sepn, auch mit geringem Gut, denn derWelt Güter haben, und dieses entbehren. Dieselbigen werden wohlerkennen, daß die Seele mehr ist denn der Bauch, und der Bauchleicht mag genug haben, und doch das übrige hinter sich lassen müsse.Aber die Reichthum suchen, die werden all ihr Gut mit sich neh-men und nichts hinter sich lassen, wie kanns ihnen fehlen? Dassey zu einem Theil dieses Sermons eilend und kürtzlich angezeigt,vom geistlichen Nutz und Schaden, so man hat aus der SchulenErhaltung und Verachtung.

Der andere Theil soll ssyn vom zeitlichen oder weltlichen Nutzund Schaden. Und zum ersten, ists wohl wahr, daß die weltlicheObrigkeit oder Amt gar in keinen Weg zu vergleichen ist dem geist-lichen Predigtamt, wie es St. Paulus nennet. Denn es ist nichtso thcuer und hoch erarnet durch das Blut und Sterben des Soh-nes Gottes, wie das Predigtanu; so kanns auch nicht solche grosseWunder und Wercke thun, wie das Predigtamt. Denn alle Werckedieses Standes gehen und gehören allein in diß zeitliche, vergänglicheLeben, zu erhalten Leib, Weib, Kind, Haus, Gut und Ehre, undwas zu dieses Lebens Nothdurft gehöret. So viel nun das ewigeLeben übertrifft diß zeitliche Leben, so weit und hoch gehet auch dasPredigtamt über das weltliche Amt; das ist, gleichwie ein Schattengegen dem Körper selbst. Denn weltliche Herrschast ist ein Bild,Schatten und Figur der Herrschaft Christi. Denn das Predigtamt(wo es ist, wie es Gott geordnet hat) bringt und gibt ewige Gerechtig-keit, ewigen Friede und ewiges Leben, wie St. Paulus solches hochpreiset, 2. Cor. 4, 5 w. Aber das weltliche Regiment erhalt zeit-lichen und vergänglichen Frieden, Recht und Leben.

Aber dennoch ists eine herrliche, göttliche Ordnung, und einetressliche Gabe Gottes, der es auch gestiftet und eingesetzt hat, undauch will erhalten haben, als daß man aller Dinge nicht entbehrenkann, und wo es nicht wäre, könnte kein Mensch vor dem andern