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3 (1827)
Entstehung
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225
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Daß man die Kinder zur Schule halten soll.

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bleiben, es müßte einer den andern fressen, wie die unvernünftigenThiere unter einander thun. Darum, gleichwie des PredigtamtsWerck und Ehre ist, daß es aus Sündern eitel Heilige, aus Tod-ten Lebendige, aus Verdammten Seelige, aus Teufels Dienern Got-^ dich dich tes Kinder macht: Also ist des weltlichen Regiments Werck undEbre, daß es aus wilden Thieren Menschen macht, und Menschenerhalt, daß sie nicht wilde Thiere werden. Es erbalt einem jeglichenseinen Leib, daß den nicht jedermann erwürgen müsse; es erhalt jeg-lichem sein Weib, daß nicht jedermann dasselbige nehmen und schän-den müsse; es erhalt jeglichem sein Kind, Tochter und Sohn, daßihm dasselbige nicht jedermann entführen noch entwenden müsse; eserhall jeglichem sein Haus und Hof, daß nicht ein jedermann hin-einbrechen, noch darinnen freveln müsse; es erhalt jeglichem seineAecker, Vieh und allerley Güter, daß dieselbigen nicht ein jedermannangreifen, stehlen, rauben, beschädigen müsse. Welches alles unterden Thieren nicht ist, und würde auch unter den Menschen nichtseyn, wo weltlich Regiment nicht wäre; sondern würden gewißlichaus Menschen eitel Thiere werden. Meynest du nicht, wenn dieVögel und Thiere reden könnten, und das weltliche Regiment unterden Menschen sehen sollten, sie würden sagen: O ihr lieben Men-schen, ihr seyd nicht Menschen, sondern eitel Götter gegen uns: Wiegar sicher sitzet, lebt und habt ihr alle Dinge; wir aber sogar keinerfür den andern eine Stunde sicher sind, weder Lebens, Hauses nochNahrung. Wehe eurer Undankbarkeit, daß ihr nicht sehet, wie einherrlich Leben euch unser aller Gott vor uns Thieren gegeben hat.

Weil denn nun das gewiß ist, daß es eine göttliche Creaturund Ordnung, dazu uns Menschen in diesem Leben ein nöthigcsAmt und Stand ist, deß wir eben so wenig entbehren können, alsdes Lebens selber; sintemal ohne dasselbige Amt diß Leben nicht blei-ben kann, so ists leicht zu rechnen, daß es Golt nicht darinn besoh-len und gestiftet hat, daß es solle untergehen, sondern wills erhaltenhaben, wie Rom. am 13, 4. und 1 .Pet .2, 13.14. klarlich stehet, daßsie sollen die Frommen schützen und die Bösen strafen. Wer willsnun erhalten, ohne wir Menschen, denen es Gott befohlen hat, unddie sein auch selbst, wahrlich, dürfen? Die wilden Thiere Werdensnicht thun, Holz und Steine auch nicht. Welche Menschen aberkönnens erhalten? Fürwahr, nicht allein die mit der Faust herrschenwollen, wie jetzt viel sich lassen dünken. Denn, wo die Faust al-lein regieren soll, so wird gewißlich zuletzt ein Thierwesen daraus,daß, wer den andern übermag, stosse ihn in den Sack; wie wir vorAugen wol Exempel gnug sehen, was Faust ohne Weisheit oderVernunft Gutes schafft.

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