218 Daß man die Kinder zur Schule hatten soll.
Sohn wendest, allzu hoch geehret, allzu herrlich gesegnet, allzu köst-lich angeleget, und besser denn kein Königreich noch Kayserthum istvor Gottes Augen gerechnet? Auf den Knien sollte einer solchenPfenning an der Welt Ende tragen, wenn er wüßte, daß er solltedaselbst so herrlich und theuer angelegt werden. Und siehe, du hastsin deinem Hause und in deinem Schoost, daran du es so herrlichkannst anlegen. Pfuy, und aber pfuy, und wieder pfuy, unsterblinden und schandlichen Undanckbarkeit! daß wir. nicht sehen, wietrefflich schönen Gottesdienst wir thun, ja, welche grosse Herren wirseyn könnten vor Gott mit geringem Thun, dazu mit unfern: eigenGeld und Gut.
Die Sophisten schelten uns, daß wir Lutherischen nicht guteWercke lehren; ja, es sind feine Gesellen, sie verstehen sich nichtübel auf gute Wercke; sind diese obgenannte Stücke nicht guteWercke? Was sind aller Stisst und Klöster Wercke, gegen dieseherrlichen Wunder? Es ist ein Dolen- und Rabengegecke, und nochnicht so gut, als das Gecken der Dolen- denn dieselbigen geckendoch mit Liebe und Lust, sie aber heulen ihr Gegeck mit Unlust,wie Uhu und Nachteulen. Hat man nun vorhin groß von der er-sten Messe und neuen Priestern gehalten, und ist Vater und Mut-ter samt allen Freunden fröhlich gewesen, daß sie einen Solu: zummüssigen, faulen, unnützen Meßpfassen oder Freßpfaffen haben erzo-gen, der Gott mit seinem lasterlichen Meßopssern und verlornemGebet geschändet, und die Welt mit unzüchtigem Leben geärgert undgeschunden hat; wie viel höher solltest du dich hie freuen, wenn dueinen Sohn zu dieser Aemter einem erzogen hättest, da du gewißbist, daß er Gott so herrlich dienet, den Menschen so reichlich Hilst,und den Teufel so ritterlich schlaget? Da hast du ja dein Kind Gottrecht und fein geopffert, daß dich die Engel selbst für ein schönesWunder ansehen müssen.
Wiederum auch sollt du wissen, was du für Schaden thust,wo du hierinn das Widerspiel thust. Denn so dir Gott ein Kindgegeben hat, tüchtig und geschickt zu solchem Amte, und du zeuchstsnicht dazu, stehest allein auf den Brauch und zeitliche Nahrung, sonimm vor dich das Register, droben gestellet, und durchlauf dassel-bige in seinen angezeigten guten Wercken und Wundern, so wirstdu sehen und finden, welch Frömmlein und Kräutlein du bist.Denn so viel an dir ist, so entzeuchst du Gott einen Engel, einenDiener, einen König und Fürsten in seinem Reich, einen Heilandund Tröster der Menschen an Leib und Seele, an Gut und Ehre,einen Hauptmann und Ritter wider den Teufel, damit du einräu-