Daß man die Kinder zur Schule halten soll. 217
Predigtamts. Denn wo dasselbige gehet, bleibet der Krieg, Hader undBlutvergiessen wohl nach; wo es aber nicht recht gehet, da ists auchnicht wunder, daß da Krieg sey, oder je stetige Unruhe, Lust undWillen zu krigen und Blut zu vergiessen. Wie wir jetzt sehen,daß die Sophisten nichts anders, denn Blut schreyen, und Feuerspeyen können, vergiessen der unschuldigen Pfaffen Blut um derEhe willen; so doch der Pabff, und ihr eigen geistlich Recht selbst,wenn sie solche Ehe hoch strafen, so setzen sie die Pfaffen vom Prie-steramt, lassen sie aber bey Leib und Gut und bey Christlichen Eh-ren bleiben, viel weniger verdammen sie dieselbigen zur Höllen, hal-ten sie auch für keine Ketzer; wie das müssen alle Juristen und alleWelt zeugen, und auf dem Reichstage zu Nürnberg auch gesetztist. Aber die blinden Bluthunde haben sich vom Predigtamt indie Lügen ergeben, darum können sie auch das Morden nicht lassen,wie der Teufel, ihr Gott, auch thut, Johann. 8, 44., der vomAnsang ein Lügner und Mörder gewesen ist, und bleibet.
Das heißt nun Menschen an Leib und Seele, an Gut undEhre gedienet von einem rechten Pfarrherrn. Ueber das stehe nun,wie er Gott dienet, und was für herrliche Opffer und Gottesdiensteer übet- denn durch sein Amt und Wort wird erhalten das ReichGottes in der Welt, die Ehre, der Name und Ruhm Gottes, dierechte Erkenntniß Gottes, der rechte Glaube und Verstand Christi,die Frucht des Leidens und Bluts und Sterbens Christi, die Ga-ben, Wercke, Kraft des heiligen Geistes, der rechte selige Brauchder Taufe und Sacrament, die rechtschaffene, reine Lehre des Evan-gelii, die rechte Weise, den Leib zu züchtigen und creutzigen, unddergleichen viel. Und wer könnte dieser jetzt gesagten Stücke einesimmermehr gnugfam preisen? Und was ist davon noch zu sagen,wie viel er damit thut, daß er wider Teufel, Welt, Weisheit undfleischlichen Dünckel so viel Streit erhalt, so viel Sieg davon brin-get, so viel Jrrthum niederschlagt, so viel Ketzereyen wehret? Denner muß wider die Höllenpforten streiten und kampffen, und demTeufel abgewinnen, und thuts auch; nicht er, sondern sein Amtund Wort. Das sind alles unzahlige, unaussprechliche Wercke undWunder des Predigtamts. Summa, wenn man Gott selbst aus-loben wird, so wird man sein Wort und Predigt auch ausloben;denn es ist Gottes Amt und Wort.
Wenn du nun gleich ein König wärest, so solltest du doch dichnicht Werth lassen düncken, daß du deinen Sohn mit allem deinemGut daran gewagt, zu solchem Amt und Werck geben und ziehenmöchtest. Ist nicht hie dein Pfenning oder Arbeit, so du an solchen