Druckschrift 
3 (1827)
Entstehung
Seite
211
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Daß man die Kinder zur Schule halten soll. 2lt

wenig glaubten, daß ein Gott im Himmel, und eine Hölle für dieUngläubigen bereit sey, (denn es stellet sich schier alle Welt, alswäre weder Gott im Himmel, noch ein Teufel in der Hölle,) undsich an diese Vermahnung kehreten, und will also erzählen, wasNutzens und Schadens in diesem Stück sey. Erstlich wollen wirden geistlichen oder ewigen Nutz und Schaden vor uns nehmen,darnach den zeitlichen oder weltlichen. Ich hoffe ja, daß die Glau-bigen, und ivelche Christen heissen wollen, fast wohl wissen, daßder geistliche Stand sey von Gott eingesetzt und gestifftet, nicht mitGold noch Silber, sondern mit dem theuren Blute und bitternTode seines einigen Sohnes unsers Herrn Jesu Christi. Denn ausseinen Wunden fliessen, wahrlich, (wie man vorzeiten auf die Briefemahlcte,) die Sacramente, und hat es, wahrlich, theuer erarnet,daß man in der gantzen Welt solch Amt hat, zu predigen, taufen,lösen, binden, Sacrament reichen, trösten, warnen, vermahnen,mit Gottes Wort, und was mehr zum Amt der Seelsorger gehört.Denn auch solch Amt nicht allein hie das zeitliche Leben und alleweltliche Stände fordert und halten hilft, sondern das ewige Lebengibt, und vom Tode und Sunden erlöset, welches denn sein eigent-lich vornehmlich Werck ist, und zwar die Welt allzumal stehet undbleibet, allein um dieses Standes willen, sonst wäre sie lange zuboden gangen.

Ich meyne aber nicht den jetzigen geistlichen Stand in Klö-stern und Stisstern, mit seinem ehelosen Wesen? denn derselbigsist langst von seiner ersten löblichen Stifftung gefallen, und nunnicht mehr, denn ein Stand zum Geld und Zinsen gestifftet durchmenschliche Weisheit, hat auch nichts geistliches an sich, ohne daßsie nicht ehelich sind, daß sie auch nicht bedürfen, haben wohl an-ders darfür; sonst ist es alles eitel äußerlich, zeitlich, vergänglichGepränge; denn sie achten des Worts und Predigtamts nicht. Woaber das Wort nicht gehet, da muß schlechte Geistlichkeit seyn.Sondern den Stand meyne ich, der das Predigtamt und Dienstdes Worts und der Sacramente hat, welches gibt den Geist undalle Seligkeit, die man mit keinem Gehänge noch Gepränge erlan-gen kann, als da ist, das Pfarramt, Lehrer, Prediger, Leser, Prie-ster, (wie man Kaplan nennet,) Küster, Schulmeister, und was zusolchen Aemtern und Personen mehr gehöret, welchen Stand dieSchrift, wahrlich, hoch rühmet und lobet. St. Paulus nennet sieGottes Haushalter und Knechte, Bischöffe, Doctores, Propheten,dazu auch Gottes Boten, zu versöhnen die Welt mit Gott, 2. Cor.ch 20. Joel nennet sie die Heilande, David nennet sie Königs

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