Druckschrift 
3 (1827)
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210
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210 Daß man die Kinder zur Schule halten soll.

dern anrege», vermahnen, reihen, Hetzen mit aller Macht, Fleißund Sorge, daß sich der gemeine Mann nicht so jammerlich lassebetrügen und verführen vom Teufel. Darum sehe ein jeglicher aufsich, und nehme seines Amts wahr, daß er hie nicht schlafe, undden Teufel lasse Gott und Herrn seyn. Denn wo wir hie schwei-gen und schlafen, daß die Jugend so verführet, und unsere Nach-kommen Tartern oder wilde Thiers werden, so wird es unsersSchweigens und Schnarchens Schuld seyn, und werden müssenschwere Rechenschast dafür geben.

Wiewohl ich aber weiß, daß euer viel, ohne mein Vermahnen,und auch sonst besser solches treiben, denn ichs geben kann, darzuich auch zuvor an die Rathsherren in Städten ein sonderlich Büch-lein darvon habe aus lassen gehen; doch, ob irgend etliche solchesvergessen, oder, meinem Exempel nach, fleissiger wollten anhalten,habe ich diese meine Predigt, die ich mehr denn einmal bey denUnfern gethan, euch zukommen lassen, damit ihr spüret, daß ich jaauch treulich mit euch hierinn arbeite, und wir also allenthalbendas Unsere thun, und vor Gott unsers Amts halben entschuldigetseyn. Es liegt, wahrlich, jetzt an uns, weil wir sehen, daß auchdie, so man die Geistlichen Heisset, sich also zur Sache stellen, alswollten sie alle Schulen, Zucht und Lehre lassen zu gründe gehen,oder auch selbst helfen niederstürzen, weil sie ihren Muthwillen nichtsollen frey, wie bisher, erhalten, welches auch der Teufel durch sietreibet. Gott helf uns, Amen. Datum Wittenberg, 1Z30.

Ein Sermon oder Predigt, daß man solle Kinder zur

Schule halten.

sieben Freunde, weil ich sehe, daß sich der gemeine Mann fremdstellet gegen die Schulen zu erhalten, und ihre Kinder ganz undgar von der Lehre ziehen, und allein auf die Nahrung und BauchSorge sich geben, und daneben nicht wollen oder mögen bedencken,welch ein greulich, unchristlich Ding sie damit vornehmen, und wieeinen grossen mordlichen Schaden, dem Teufel zu Dienste, sie inaller Welt thun; ich habe mir vorgenommen, diese Vermahnungan euch zu thun, ob vielleicht noch etliche Leute waren, die noch ein