Druckschrift 
3 (1827)
Entstehung
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209
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Daß man die Kinder zur Schule halten soll. 209

ers nicht verstören kann, doch in alle Wege hindere und wehre, daßes ja nicht fortgehe oder Oberhand krige. Unter welchen feinenTürcken diese fast der grossesten (ists nicht gar die grosseste) eine ist,da er den gemeinen Mann alfo betäubet und betrüget, daß sie ihreKinder nicht zur Schule halten, noch zur Lehre ziehen wollen; gibtihnen diese schädliche Gedancken ein: Weil nicht Hoffnung da istder Möncherey, Nonnerei), Pfafferey, wie bisher gewesen, so dürfteman keiner Gelehrten, noch viel Studierens mehr, sondern müssetrachten, wie man Nahrung und Reichthum überkomme.

Das mag mir doch ja ein recht Meisterstück seyn der teufe-lischen Kunst, weil er sie hat, daß ers bey unsern Zeiten nicht ma-chen noch schassen kann, wie er gerne wollte, so denkt er dennochbey unsern Nachkommen seinen Willen zu haben, als die er jetztalso vor unsern Augen zurüstet, daß sie nichts lernen noch wissensollen; und alfo, wenn wir nun todt sind, ein nackend, bloß, wehr-los Bolck vor sich habe, mit dem ers machen möge, wie er will.Denn wo die Schrift und Kunst untergehet, was will da bleibenin Deutschen Landen, denn ein wüster wilder Haufen Tartern oderTürcken, ja vielleicht ein Saustatt, und eine Rotte voll eitel wilderThiere? Solches laßt er sie aber jetzt nicht sehen, und blendet siemeisterlich, auf daß, wenn es dahin käme, und sie durch Erfahrungsolches sehen müßten, er denn aller Klage und Heulen mochte indie Faust lachen, als die nun nicht mehr konnten, ob sie gernewollten der Sache rathen und helfen, und sagen müßten, es ist zulange geharret; und denn gerne wollten hundert Gülden geben füreinen halben Gelehrten, da sie jetzt nicht zehen gegeben hätten fürzween ganz Gelehrte. Und geschähe ihnen auch kaum recht, weilsie jetzt nicht wollen nähren noch halten fromme, ehrliche, züchtigeSchulmeister und Lehrer, von Gott dargeboten, die ihre Kinder zurGottesfurcht, Zucht, Kunst, Lehre und Ehre ziehen, mit grosserArbeit, Fleiß und Mühe, darzu mit geringer Kost und Geld; sosollen sie dafür krigen Locaten, Bachanten, grobe Esel und Tölpel,wie sie vorhin gehabt haben, die ihre Kinder mit grosser Unkost undGeld dennoch nichts anders lehren, denn eitel Esel seyn, und dafürihre Weiber, Töchter, Mägde zu schänden machen, und dazu Her-ren über ihr Haus und Güter seyn; wie bisher geschehen ist. Sol-ches soll der Lohn seyn ihrer grossen schändlichen Undanckbarkeit,darein sie der Teufel so listiglich führet.

Weil wir nun wider solche und andere böse Tücke, als dieSeelsorger, wachen sollen, aus Pflicht unseres Amts müssen wir,wahrlich, hie nicht schlafen, an welchem so grosse Macht liegt: son-

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