2s>8 Daß man die Kinder zur Schule halten soll.
und ehrlich ist, und allein auf deinen Götzen trachten, so wirdGoit dennoch Leute finden, die es bedencken. Denn ich habe, GottLob! etliche viel Städte erfahren, da der Rath nicht wohl am Wortund Schulen gewest; aber so viel frommer Bürger funden sind, dien«st taglichem Anhalten dennoch den Rath übermocht haben, Schu-len und Pfarren anzurichten. So wird, ob Gott will, zu Nürn-berg um deinetwillen die Schande auch nicht ausgehen, daß dieBürger sollten, deinem Exempel nach, die Schulen verachten, welchemit solcher grossen Treue und Kost ein ehrbarer Rath stifftet undhalt, so es in viel geringern Städten die Bürger, gleichsam mitVerachtung des Raths, dennoch zuwege bringen.
Aber wo komme ich hin mit meinem Geschwatze, lieber Herrund Freund! Ich meyne es sey die Art dieser Sache, daß man vieldavon waschen müsse; aber ich will hiemit unter eurem Namen,mit allen euren Stadtbürgern also geschwatzt haben, bitte freundlich,mir das zu gut zu halten; und wie ihr ohne das bisher undnoch gethan, solche Sache helfen heben und treiben: denn ich meynees ja gut, das weiß Gott. Christus, unser Herr, starcke und halteeuch bis auf jenen Tag, da wir uns ob Gott will fröhlich sehenwerden in einer andern Gestalt. Denn der euch so viel gegebenhat, an seinem Werck und Wort zu thun, wie bisher geschehen,der wird auch fortfahren, und das alles vollenden, dem sey Lob undDanck in Ewigkeit. Amen.
Euer williger
Martinus Luther.
Allen meinen lieben Herren und Freunden, Pfarrherrcn und Predigern,die Christum mit Treuen meynen.
D. Martin Luther.
^nade und Friede in Christo Jesu, unserm Herrn.
Meine allerliebsten Herren und Freunde, ihr sehet vor Augen,wie der leidige Satan jetzt uns zu allen Seiten, beyde mit Gewaltmnd List mannigfaltiglich angreift, und alle Plage anleget, auf daß>er das heilige Evangelium und Gottes Reich verstöre; oder, wo