Druckschrift 
3 (1827)
Entstehung
Seite
197
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Etliche Fabeln Ztesopi, von Luthero verdeutscht. 197

Diese Fabel zeigt:

Wenn die Laus in den Grind kommt, so macht sie sich be-schissen, siehe, wie du des Bösen los werdest, wenns überhand kriegt.Der Teufel ist gut zu Gast zu bitten, aber man kann sein nichtwohl los werden.

11. Vom Esel und Löwen.

Der Esel ward auch einmal baurkündig, und als er einem Lö-wen begegnet, grüsset er ihn höhnisch und sprach: Ich grüsse dichBruder. Den Löwen verdroß der höhnische Spott, dachte aber beysich selbst: Was soll ich mich an dem Schelmen rächen: Ich schelteoder zerreisse ihn, so lege ich keine Ehre ein: Ich will den Narrenfahren lassen.

Lehre.

Hoc solo pro certo, ^oost s! cum stercore certoVinco vel viucor, Semper e^o maculor.

Wer mit einem Dreck rammelt,

Er gewinne oder verliere, so gehet er beschissen davon.

12. Von der Stadt- und Feldmaus.

Eine Stadtmaus ging spatzieren, und kam zu einer Feldmaus,die that ihr gütlich mit Eicheln, Gersten, Nüssen, und womit siekönnt. Aber die Stadtmaus sprach: Du bist eine arme Maus,was willst du hie in Armuth leben, komme mit mir, ich will dirund mir gnug schassen, von allerley köstlicher Speise. Die Feldmauszog mit ihr hin, in ein herrlich schön Haus, darinnen die Stadt-maus wohnete, und gingen in die Kemmoten, da war vollauf vonBrod, Fleisch, Speck, Würste, Käse und alles; da sprach die Stadt-maus: Nun und sey guter Ding, solche Speise habe ich^taglichüberflüssig. Indeß kömmt der Kellner, und rumpelt mit den Schlüs-seln an der Thür; die Mäuse erschracken, und liefen davon: DieStadtmaus fand bald ihr Loch, aber die Feldmaus wußte nirgendshin, lief die Wand auf und ab, und hatte sich ihres Lebens erwo-gen. Da der Kellner wieder hinaus war, sprach die Stadtmaus: