Etliche Fabeln Ztesopi, von Luthers verdeutscht. 195
Lehre.
Fahre nicht zu hoch, halt dich zu deines Gleichen, vulc!« in-export!« cultnrs potent!« am!«!: Es ist mit Herren nicht gut Kir-schen essen, sie werfen einen mit Stielen. DIpign. I.. 8! non f„e-rillt. Das ist eine Gesellschaft mit dem Löwen, wo einer allein denGenieß, der ander allein den Schaden hat.
7. Diese Fabel ist auf eine andere Weise also gestellet.
Ein Löwe, Fuchs und Esel jagten mit einander, und singeneinen Hirsch; da hieß der Löwe den Esel das Wildpret theilen. DerEsel macht drey Theil; deß ward der Löwe zornig, und riß dem Eseldie Haut über den Kopf, daß er blutrünstig da stund, und ließ denFuchs das Wildpret theilen: Der Fuchs stieß die drey Theil zusam-men, und gab sie dem Löwen gar. Deß lachet der Löwe und sprach.-Wer hat dich so lehren theilen? Der Fuchs zeiget auf den Esel, undsprach: Der Doctor da im rothen Paret.
Diese Fabel lehret zwey Stücke.
Das erste: Herren wollen Vortheil haben, und man soll mitHerren nicht Kirschen essen, sie werfen einen mit Stielen; das an-der: belix, Hnom fticinnt uüena pericista cautum. Der ist einweiser Mann, der sich an eines andern Unfall bessern kann.
8. Vom Diebe.
Es freyet einsmals ein Dieb, und seine Nachbarn waren fröh-lich auf seiner Hochzeit, denn sie Hoffeten, er würde Hinsort frommwerden. Da kam ein kluger Mann darzu, und als er sie so inFreuden sähe, sprach er: Sehet zu, seyd nicht allzu fröhlich; die Sonne wollt auch einmal freyen, deß erschrack alle Welt, und ward soungeduldig, daß sie auch in den Himmel fluchet und schalt. Es fraM Jupiter aus dem Himmel: Was das Fluchen bedeutet? DaMach alle Welt: Wir haben jetzt eine einzige Sonne, und die tbutuns mit ihrer Hitze so viel zu leide, daß wir alle schier verderben;was will werden, wenn die Sonne mehr Sonnen zeugen wird?
Diese Fabcl zeigt der Welt:
Man darf den Teufel über die Thür nicht mahlen.
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