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3 (1827)
Entstehung
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193
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Etliche Fabeln A^opi, von Luthers verdeutscht. 192

ausreden und schwatzen kannst, will ich dich dennoch heunt nicht un-gefressen bleiben; und würget also das unschuldige Lammlein, undfraß eS.

Lehre.

Der Welt Lauf ist: Wer fromm seyn will, der muß leiden,sollte man eine Sache vom alten Zaun brechen, denn Gewalt ge-het für recht: Wenn man dem Hunde zu will, so hat er das Ledergefressen; wenn der Wolf will, so ist das Lamm unrecht.

3. Untreue.

Vom Frosch und der Maus.

Eine Maus wäre gerne über ein Wasser gewest, und konntenicht, und bat einen Frosch um Rath und Hülfe. Der Frosch warein Schalk, und sprach zur Maus: Binde deinen Fuß an meinenFuß, so will ich schwimmen und dich hinüber ziehen. Da sie aberaufs Wasser kamen, tauchet der Frosch hinunter, und wollte dieMaus ertranken, indem aber die Maus sich wehret und arbeitet, /steuqet ein Weyhe daher, und erhaschet die Maus, zeucht den Froschauch mit heraus, und fristet sie beyde. V.

Lehre.

Siehe dich für, mit wem du handelst, die Welt ist falsch undUntreu voll, denn welcher Freund den andern vermag, der steckt ihnin Sack; doch schlagt Untreu alzeit ihren eigen Herrn, wie dem Froschhie geschieht.

4. Neid.

Vom Hunde und Schaf.

Der Hund sprach ein Schaf vor Gericht an um Brod, das erihm geliehen hatte. Da aber das Schaf leugnet, berief sich der Hundauf Zeugen, die mußte man zulassen. Der erste Zeuge war derWolf, der sprach: Ich weiß, daß der Hund dem Schaf Brod gelie-hen hat; der Weyhe sprach: Ich bin dabey gewest; der Gevcrsprach zum Schaf: Wie darfst du das so unverschämt leugnen? Älst

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