Druckschrift 
3 (1827)
Entstehung
Seite
187
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Deutschland. 187

Es mangelt den Deutschen an nichts, sie haben alles genug.Allein fehlets ihnen an Verstand, Wissenschast und am Fleiß, jaauch am Brauch eines Dings. Darum muß man sich allein anGottes Wort halten und vest dabey bleiben. Also, da ich gleichsähe, und hörete alle Engel mit mir reden, die da sagten, ich sollteeinen Spruch der heiligen Schrift nicht glauben: doch soll ich michsnicht anfechten, noch bewegen lassen, sondern soll Augen und Ohrenzuthun, und sie nicht Werth achten, daß ich sie ansehen wollte; dennGott ist in allen seinen Worten, ja Syllaben, wahrhaftig; wereins nicht glaubt, der glaubt keins. Es muß alles geglaubt seyn,wie Christus sagt, Matth. Z, 19.

Von dem Beruf.

ÄÄenn diejenigen, so im Lehramt sind, nicht daher Freude undTrost haben, daß sie gedencken an den, der sie berussen und gesandthat, so ists Mühe genug mit ihnen. Mosen mußte unser HerrGott wol sechsmal dazu bitten. Und zwar er hat mich auch so hin-ein geführet; hatte ichs zuvor gewußt, es hatte Mühe bedürft, daßer mich dazu hatte gebracht. Wolan, weil ichs nun habe ange-fangen, so will ichs auch mit ihm hinaus führen. Ich wollte nichtdie gantze Welt nehmen, daß ichs jetzt sollte ansahen, um der über-aus schweren Sorge und Angst willen. Wiederum, wenn ich aufden auch sehe, der mich dazu berussen hat, so wollte ichs auch nicht,daß ichs nicht angefangen hatte. Ich will auch nun keinen andernGott haben. Andere, die vor mir gelebet haben, die haben desPabsts böses und ärgerliches Leben angegriffen und zu der Mönche-rey und Messe eingestürmet, auf welchen zwepen Seulen das gantzePabstthuin stehet. Da hatte ich mich selbst nie versehen dürfen, daßdiese zwo Seulen würden einfallen; denn es war gleich als viel, alswenn einer hatte Gott und die Ereatur angegriffen.

Luca am 16, 10.: Wer im Geringsten treu ist, der ist auchim Grösten treu; wer im Geringsten untreu ist, der ist auch imGrosten untreu.