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Bon guten Wercken.
ohne Gottes Wort, die sind gottlos und verdammt, sonderlich wennman vermeynt dadurch vor Gott gerecht zu werden.
Der Gerechte thut gute Wercke ungezwungen, sondern frey- -willig, Gott, der es befohlen hat, zu Ehren und dem Nächsten zuDienst und Nutz; denn er kann anders nichts lhun, gleichwieeiu guter Baum gute Früchte bringet von Natur, Darum sinddiese zwey Reiche am Ende der Welt die zween letzten Greuel, derPabst und der Türck. Das ist der Pfaffen Regiment; das andere,der Lügen. Darum ist das Ende der Welt nahe vor der Thür, eswill zu scheitern gehen.
Die Alten, sprach D. Martin Luther, haben vier Haupttugen-den gesetzet: Massigkeit, die erhalt den Leib; Gerechtigkeit, die näh-ret: Mannheit oder Großmüthigkeit, die wehret, und Weisheit, dieregieret alles.
Etwan ist eine alte Gewohnheit gewesen, daß man die Todtenalso begraben und gelegt hat, daß die Angesichte gegen Morgen undder Sonnen Aufgang gewandt sind, um einer heimlichen und geist-lichen Deutung willen, so damit angezeigt ist; aber solches ist frevgewest und ohne Gesetz und Supersiition gehalten worden. Alsosollten alle Gesetze in der Kirche seyn, nemlich frey, die niemandgezwungen lhun müßte, als die weder gerecht vor Gott machten,noch verdammten, sondern würden nur um Ehrbarkeit und äusser-licher Zucht willen gehalten.
Das Wörtlein Verdienst ist ein hoch, groß und gefahrlichWort. Denn wenn man diese Sprüche höret oder liefet, (da Chri-stus saget Matth. 19, 17.: Willt du ins Leben eingehen, so haltedie Gebote Gottes; item, Luc. 10, 98.: Thue das, so wirst duleben, und Matth. 19, 21.: Willt du vollkommen seyn, so verkaufealles, was du hast und giebs den Armen), so schleußt die Vernunftalsbald: Ergo, darum ists ein Verdienst. Darum soll man dißWort allzeit extenuiren, verkleinern, geringe und zunichte machen.Summa dieser Predigt vom Verdienst ist diese: In der Gnade sindwir gleich, aber in Gaben und Verdiensten oder Mcrcken, sind wirungleich und unterschieden.
Wer durchs Gesetz und eigenen Wercke vor Gott gerecht wer-den will, der
1. Wendet sich von der Gnade Christi, dazu er beruffen ist