Druckschrift 
3 (1827)
Entstehung
Seite
68
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68 Vom Catechismo.

Glauben Heisset, auf Gottes Barmhertzigkeit gewiß bauen.

Christus fordert nicht ausserliche und scheinende Frömmigkeit,noch Heuchelei) und Gleisnerey, sondern des Hertzens Frömmigkeit.

Aus lauter Gnade und Barmhertzigkeit werden wir selig, sowir drauf vertrauen; Gott aber muß die Hertzen andern.

Ein Pfarrherr ist gleich wie ein Spittelmeister.

Das Gesetz ist nichts anders, denn ein Spiegel.

Christus tragt uns auf seinem Rücken vor den Vater.

Die Liebe stehet Undanckbarkeit nicht an.

Das Sacrament ist ein Zeichen eines heiligen Dinges; als,das Kindlein ins Wasser tauchen, oder damit begiessen, ist ein Zei-chen der Taufe.

Die Busse ist ein Sacrament, und ist Reu und Leid, Beichtund Absolution, und das ist die Definition der Busse.

Ostjectuin.Iiistitiae kommt aus den Wercken, das ist, Gerechtig-keit hat mit den Wercken zu thun, wie dieser Spruch zeuget, Luc.6, 37.: Vergebet, so wird euch vergeben; item Luc. 16, 9.: Macheteuch Freunde von dem ungerechten Mammon. Also ist des Zöll-ners Brustschlagen ein recht Gebet.

Der Baum muß zuvor gut seyn, ehe er gute Früchte tragt.

Gottes Güter, die wir haben, sollen wir groß achten, uns selbstaber gering.

Christus will, daß alle Menschen selig werden, das ist, er al-lein machet sie alle selig, er ist allein das Licht, das alle Menschenerleuchtet.

Ich will, daß man dem gemeinen Volcke den Catechismumpredige, der dienet fürs Volck. Und ich maasse mich deß an in allenPredigten, denn es ist die fürnehmste und beste Lehre. Und ich lehreaufs allereinfaltigste, als ich immer kann, daß es der gemeine Mann,Kinder und Gesinde verstehen mögen, denn die Gelehrten Wissensvorhin wohl, denselbigen predige ich nicht.

Vom Gesetz und Evangelio.

(besetz ist, was wir thun sollen; Evangelium aber, was Gott ge-ben will. Das erste können wir nicht thun, das andere empfahen