Druckschrift 
3 (1827)
Entstehung
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Bon dem Herrn Christo.

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wolle, meinem Herrn Christo zu nahe sollte seyn mit sein -r gottlosenund falschen Lehre, wie köstliche Farbe er ihr auch anstreicht, sie zuzieren und schmücken, ehe wollte ich nicht leben. Ja, es sollte mirtraglicher seyn, sammt Weib und Kind alle Plage und Marter zuleiden, und endlich des schmählichsten Todes zu sterben, denn daß ichsolches sehen und dazu stillschweigen sollte.

Das halte ja veste, und laß dich je von diesem Bilde Christi,daran auch die lieben heiligen Engel im Himmel ihre Lust haben,mitnichten abwenden, nemlich, daß Christus nach seinem rechtenContrefait und Ebenbild je kein Moses, kein Stockmeister, nochHencker, sondern ein solcher Mittler ist, der uns arme Sünder mitGott versöhnet, Gnade, Leben und Gerechtigkeit giebt, der sich selbergegeben hat, nicht für unser Verdienst, Heiligkeit und Gerechtigkeit,Ehre, gutes Leben, sondern für unsere Sünde. Denn obwohl Chri-stus das Gesetz bisweilen ausleget, so ist aber gleichwol solches nichtsein eigen und recht Amt, damit er zu thun hat, und dazu ihn derVater gesandt hat.

Ich habe, sagte D. M-, Christum und den Pabst aneinandergehangen, darum kümmere ich mich weiter um nichts. Wiewol ichzwischen Thür und Angel komme, und gedranget muß werden, sich-tet mich nicht an; denn, gehe ich darob zu boden, so wirds Christuswol hinausführen.

Der Elenden größter Trost ist, daß Christus allenthalben ge-genwartig ist und will bey uns seyn, bis ans Ende der Welt, wieer selbst verheisset, Matth. 28, 20. Darum sollt du gewiß glau-ben, wenn du mich oder einen andern Kirchendiener hörest, du hö-rest Gott selber vom Himmel mit dir reden. Denn ich Gewalt und ^Befehl habe von Gott, dich zu trösten und dir deine Sünden zuvergeben um Christi willen, der ist darum kommen und Mensch wor-den, daß er uns selig mache. So fliehen wir vor ihm, und verach-ten seine grosse Gaben, die er uns anbeut und reichlich geben will,und folgen dem Teufel auf seiner Seiten. Jsts nicht ein arm, elendDing? Ach lieber Herr Gott! hilf du uns, und offene uns das Hertzund die Augen, daß wirs erkennen und sehen.

Kein Mensch, wenn er gleich der allersanftmüthigste und gü-tigste wäre, könnte also geberden, als Christus; denn Christus istdas Lammlein Gottes, das der Welt Sünde traget. Gleichwol kann