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Von dem Herrn Christo.
verfolget; die dritte, so ihn für gewiß und wahrhastig halt, auch vorder argen Welt bekennet. Jener ist ein grosser Haufe, dieser abergar ein kleines Hauflein.
Die Propheten haben gewußt, daß Christus, wenn er kommenwurde, die, so an ihn glauben würden, von dem ewigen Fluch erret-ten werde, und derhalben auch wahrer, natürlicher Gott seyn müßte,wie ihrer etliche Weissagungen klar und deutlich ausweisen; als Je-saias 7« 14. nennet ihn Immanuel, das ist, Gott mit uns; Jere-mias 33, 16. spricht: Man wird ihn nennen: der Herr, der unsereGerechtigkeit ist ?c.
So viel aber die Zufalle und Umstände betrifft, wie oder durchwaserley Weise er das menschliche Geschlecht vom ewigen Fluch er-retten sollte, düncket mich, haben alle Propheten eigentlich nicht ge-wußt. In dencke, dieselbigen und andere fromme Hertzen im VolckIsrael sind im Glauben erhalten, wie unsere Kinder, die schlecht undeinfältig glauben, daß Christus unser Heiland und Gott sei), habenauch fröhliche, liebliche Gedancken davon.
Christi Reich ist ein Reich der Gnade, Barmhertzigkeit undalles Trostes, wie Ps. 117, 2. geschrieben stehet: Seine Gnade undWahrheit waltet über uns in Ewigkeit. Des Endechrists (des Pabsts)Reich ist ein Reich der Lugen und Verderbens, Ps. 1o, 7.: SeinMund ist voll Fluchens, Falsches und Trugs, seine Zunge richtetMühe und Arbeit an. Des Mahomets Reich ist ein Reich derRache, des Zorns und Verwüstung, Ezech. 38.
Ich Hab und weiß nichts von Jesu Christo, weil ich ihn leib-lich weder gesehen noch gehöret habe, denn allein seinen Namen.Doch Hab ich aus der Schrift, Gott Lob, von ihm so viel gelernet,daß ich mir nur sehr wohl gnügen lasse, begehre derhalben, ihn leib-lich nicht zu sehen, noch zu hören. Zudem Hab ich in meiner Hö-hesten Schwachheit, im Schrecken und Fühlen der Sündenlast, inFurcht und Zagen vor dem Tode, in Verfolgung der argen, falschenWelt, oft erfahren und gefühlet die göttliche Kraft, so dieser Namean mir, der ich sonst von allen Creaturen verlassen war, beweiset hat,mich mitten aus dem Tod gerissen, wieder lebendig gemacht, in dergrößten Verzweifelung getröstet, sonderlich im Reichstage zu Augs-burg Anno 1530: daß ich, ob Gott will, bey dem Namen will blei-ben, leben und sterben. Und ehe ich wollte bey meinem Leben ge-statten, daß Erasmus, oder ein anderer, er Heisse und sey, wer er