Druckschrift 
3 (1827)
Entstehung
Seite
51
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Von dem Herrn Christo.

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Vorbild, dem wir glauben und nachfolgen sotten. Historien sind ge-waltige und kräftige Exempel des Glaubens und Unglaubens.

Als über D. Luthers Tisch einmal Anno 1543 gesagt ward,daß mancherley Ketzerey, Rotten und Sccten wider die Heilige Drey-faltigkeit gewesen waren, da sprach D. Luther.- Es gehet alles widerden hohen Artickel: Ich glaube an Jesum Christum. In dem er-sten Artickel, als: Ich glaube an Gott den Vater, allmächtigenSchöpsser Himmels und der Erden, da stimmen sie alle zu Haufe,denn sie wollen alle nur Einen Gott haben. Aber den Sohn wol-len sie nicht leiden, wie denn der Teufel selbst den Sohn auch nichthat wollen leiden, denn er wollte selbst Sohn seyn, meynete, er wäreeine schöne Creatur. Adam wollte auch den Sohn nicht haben, erwollte so klug seyn, als der Vater selber. Es sind viel Figuren, diesolches, wie mich düncket, vom Teufel haben angezeiget. Jsmaelwill Isaac seyn, und Esau will Jacob seyn; also ist auch der Teufelwider den Sohn Gottes gewesen, darum gehets uns noch also.

Ich glaube, daß ihrer viel im Pabstthum sind selig worden, obsie wol das Evangelium nicht gehöret haben, wie es, Gott Lob, jetztgeprediget und gelehret wird, welchen, da sie mit dem Tode gerungenhaben und sterben wollen, das Crucisix gewiesen und zu ihnen ge-sagt worden: Auf den setze deine Hoffnung, der dich erlöset hat. Aberdarnach, da die Mönche mit ihren Kappen und selbst erwählten übri-gen Wercken kommen sind, da ists aus gewest.

Die gemeinste und fürnehmste Frage unter denen, die Christenheissen, ist diese: Ob Christus Christus sey? das ist: Ob die Leuteallein durch ihn vom Tode erlöset, gerecht und selig werden?

Daran zweifeln die Weltweisen, Hochgelehrten und der größteHaufe auf Erden. Der Pabst und sein Anhang fechtens an undsprechen nein dazu, wie ihre Lehre und Leben ausweiset. Deßglei-chen die Rottengeister wollen Christum auch nicht lassen Christumseyn, daß man allein durch ihn Vergebung der Sünden erlange, vorGott fromm, gerecht und selig werde, allein durch den Glauben anihn. Wir, so Gottes Wort haben und bekennen, sagen ja dazu, daßwir allein durch Christum von Gott zu Gnaden angenommen undselig werden, wissen, glauben und bekennen, daß es die lautere Wahr-heit ist; derhalben predigen wir davon, darum müssen wir uns auchleiden. Psalm 116, 10.

Also sind allezeit dreyerley Secten uneinig über diesen Artickel:die erste, so daran zweifelt; die andere, so ihn anficht, verleugnet und

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