Won dem Herrn Christo.
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dich verklaget und schrecket, und fordert, daß du durchs Gesetz undeigene Wercke dich selber gerecht machen sollt. Denn der rechteChristus hat nicht die Weise, daß er dich will um deiner Sünde wil-len zur Rede setzen, Heisset dich auch nicht auf deine eigenen Werckevertrauen, sondern spricht: Kommt her zu mir alle, die ihr müheseligund beschweret seyd, ich will euch erquicken.
Die allerhobeste Kunst und rechte Weisheit der Christen istdiese, daß man für gewiß, wahrhaftig halten und glauben kann, daßChristus in den Tod gegeben sey, nicht um unserer Gerechtigkeit oderHeiligkeit, sondern schlechts um unserer Sünden willen, welche rechte,grosse, grobe, viele, ja unzahlige und unüberwindliche Sünden sind.Darum darfst du dir nicht träumen lassen, als waren sie gering undklein, daß wir sie mit unfern eigenen Wercken könnten tilgen. Da-gegen sollt du aber auch nicht verzweifeln, ob sie wol so überausgroß sind, welches du erst recht erfahrest, wenn es dermaleins, es seygleich im Leben oder Sterben, darzu kommt, daß du sie recht füh-lest; sondern lerne das glauben, wie St. Paulus sagt, Gal. 1, 4.,daß Christus sich selber gegeben hat, nicht für ertraumete oder gema-lete Sünden, sondern für wahrhastige; nicht für kleine, geringe, son-dern für überaus grosse und grobe; nicht für eine oder zwo, sondernfür alle; nicht für überwundene und getilgete, sondern für unüber-wundene und starcke, gewaltige Sünden. Denn freylich kein Mensch,ja auch kein Engel eine einige, auch die allergeringste Sünde über-winden kann. Und wo du nicht in der Zahl (so da sagen, für un-sere Sünde)auch gefunden wirst, das ist, unter denen, so diese Lehredes Glaubens haben, lehren, hören, lernen, glauben und lieben: somagst du dich deß wol frey erwegen, daß es um deine Seligkeit ge-schehen und denn allerdings gar aus ist.
Ich weiß sehr wohl, was ich vor Ursache habe, daß ich so heff-tig dazu vermahne, daß man Christum recht und eigentlich erkennenlerne. Denn Christus ist je nicht ein solcher Mann, der von unsetwas des unfern fordere, sondern ist vielmehr ein Versöhner, wel-cher alle Sünder in der ganzen Welt mit Gott versöhnet. Darum,so du ein Sünder bist, wie wir denn in der Wahrheit alle sind, sobilde dir bei Leib und Leben Christum nicht also vor, wie er aufdemRegenbogen sitzt und Richter ist, sonst wirst du erschrecken und ver-zweifeln müssen; sondern fasse ihn in seinem rechten Bilde, alsnemlich in dem, daß du ihn stehest und erkennest als einen SohnGottes und der Jungfrauen Maria. In derselben Person schrecket
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