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Von dem Herrn Christo.
Christum ist uns die Welt gecreutziget, und wir ihr. Gal. 6, 14.So fahre sie hin mit ihrem Gut, und lasse uns unfern Sinn undMuth.
Wenn wir nur ihn, den lieben Herrn haben, so sind wir reichund selig übrig genug, fragen nichts nach ihrer Pracht, Ehre undGut. Wiewol wir ihn oft verlieren und uns selbst nicht dafür ach-ten, daß er unser ist und wir sein, daß er in uns ist und wir inihm sind, (wenn er sich zur Zeit der Noch, wie uns düncket, einenAugenblick verbirgst.) Aber wir trösten uns seiner Zusage, Matth.28, 20.: Ich bin bey euch alle Tage, bis an der Welt Ende, dasist unser bester und theuerstec Schatz.
Unser Glaube ist ein wunderlich Ding, daß ich und andere, soanders wollen selig werden, an den Mann Jesum Christum sollenglauben, daß er der wahre natürliche Sohn Gottes sey, und doch soeines schmählichen Todes am Creutze, zwischen zweyen Uebelthaterngehenckt, hat sterben müssen. Wie er selbst kurtz vor seinem Leidenzu seinen Jüngern sprach, Luc. 22, 37.: Es muß noch an mir vol-lendet werden, das von mir geschrieben stehet: er ist unter die Uebel-thater gerechnet; da wir ihn doch nie gesehen haben, 1. Petr. 1, 8.,daß er uns ist gleich wie ein Stein im Meer liegend, da wir nichtsvon wissen. Aber weil er im Evangelio saget, Joh. 14, 6.: Ichbin der Weg, die Wahrheit und das Leben, niemand kommt zumVater, denn durch mich; item, Matth. 28, 18. 19. 20.: Mir istgegeben alle Gewalt im Himmel und auf Erden, darum gehet hinund lehret alle Völcker und taufet sie zc. und lehret sie alles halten,was ich euch befohlen habe. Wolan, saget ers denn, daß er Herrüber alles sey, der Gewalt habe im Himmel und Erden, so sey undbleib ers auch.
Es ist unmöglich, daß das Evangelium und das Gesetz in ei-nem Hertzen mit einander zugleich wohnen und walten können; son-dern es muß von Noth wegen entweder Christus dem Gesetz, oderdas Gesetz Christo weichen und Raum geben, wie St. Paulus sagtzu den Galatern 5, 4.: Ihr habt Christum verloren, die ihr durchsGesetz gerecht wollt werden, und seyd von der Gnade abgefallen.Darum, wenn du die Meinung hast, als könnte Christus und dasVertrauen auf das Gesetz, oder desselben Wercke in deinem Hertzenmit einander zugleich wohnen: so sollt du gewiß halten und wissen,daß in deinem Hertzen nicht Christus, sondern der leidige Teufelwohnet und Haushalt, welcher unter der Larve und Gestalt Christi
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