Druckschrift 
3 (1827)
Entstehung
Seite
46
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Bon dem Herrn Christo.

dem predigen, der da stehet an der heiligen Statte, das ist, vonChristo, Gottes Sohne.

Die heilige Schrift giebt unserm Herrn Christo viel schöne,lieblicke Namen, heißt ihn unser Gefetz, Sünde, Tod :c-, ob er wolan ihm selbst nichts anders ist, denn eitel Freyheit, Gerechtigkeit,ewiges Leben und Seligkeit. Aber darum ist er worden ein Gesetzwider das Gesetz, Sünde wider die Sünde, ein Tod wider den Tod,auf daß er uns von des Gesetzes Fluch erlöset?, von Sünden undTod gerecht und lebendig machete. Also ist Christus zugleich Ge-setz und Freyheit, Sünde und Gerechtigkeit, Tod und Leben. Denneben dadurch, daß er sich hat lassen das Gesetz verklagen, die Sündeverdammen und den Tod verschlingen, hat er das Gesetz zugleich aus-gehoben, die Sünde wiederum verdammet, den Tod erwürget unduns gerecht und selig gemacht. Denn er hats alles um unsertwil-len gethan.

Also ist Christus zugleich ein Gifft, daran das Gesetz, Sündeund Tod erwürgen müssen; und eine heilsame Artzeney, dadurch dieGlaubigen nicht allein von allem Unglück frey, sondern auch gerecht,lebendig und selig werden.

Da Christus nach seiner Auferstehung bey seinen Jüngern ge-west ist, hat mit ihnen gegessen, da haben sie sollen gedencken, daßsie den Herrn der hohen göttlichen Majestät bei sich gehabt, und ha-ben müssen gedencken: O! wie haben wir uns an dem Christo ge-halten, wie die Bösewichter. Sie werden gewißlich sich entsetzet ha-lben und bestürtzt seyn gewest; wie von Petro geschrieben stehet, daßer traurig und betrübt gewest sey. Darum hat Christus wiederummüssen zu ihnen kommen und sie besuchen, denn er hat es ihnenverheissen, da er sagte, Joh. 16, 22.: Ich will euch wieder sehenund euer Hertz wird sich freuen. Wenn ers nicht gethan hatte, sohatte er die Apostel nimmermehr zu sich bracht, denn sie hattens beyihm also verschalckt.

Ihr sollt nicht die ganze Welt dafür nehmen, sprach D. M.Luther, daß ihr wisset, Christus sey Christus, das ist, unser einigerHeiland, Hohcrpriester, König und Herr, welches ich lange Zeit inmeinem Klosterleben nicht erkannt habe. Da wir nun schon drübersterben, so lebet doch Christus; lebet er, so wollen wir auch gewißlichleben. Denn unser Spruch stehet vest und gewiß, wird auch wolewig wahr bleiben, wider alle höllische Pforten, da er spricht, Joh.