44 Bon dem Herrn Christo.
vom Recht der Sünde, Todes ?c., Rom. 8, 2., daß uns die Bandedes Gewissens hinfort nicht mehr können beschweren. Der Pabst,der Christum in der Menschen Hertzen tobtet, giebt den seinen Geldsgenug, daß sie sagen: Christus sey nicht auserstanden, sondern daß siedie Wercke rühmen.
Das Abendmahl, so Christus mit seinen Jüngern gehalten undihnen sein Valete gegeben hat, wird sehr freundlich gewesen seyn, daChristus mit ihnen so gar lieblich und hertzlich geredet hat, als einVater mit seinen lieben Kinderlein, wenn er von ihnen scheiden willund muß; hat ihnen ihre Schwachheit zu gut gehalten und Geduldmit ihnen gehabt, ob sie wol bisweilen grob heraus fuhren undlalleten. Es sind ohne Zweifel feine, holdselige und freundliche Ge-spräche gewest, da Philippus sagt, Joh. 14, 8. - Herr, zeige uns denVater w. und Thomas Z.: Wir wissen den Weg nicht ?c. und Pe-trus, Joh. 13, 37.: Ich will mit dir in den Tod gehen. Es isteitel Collation und Tischreden gewest, da ein jeglicher sein Hertz undGedancken frey und ungescheuet angezeiget und hervorbracht hat.Es ist keine lieblichere Collation von Anfang der Welt niemals ge-west, als diese.
Daß Christus die allerheiligste und reineste Person sey, ist wolwahr; aber bey dem Erkenntniß muß man allein nicht bleiben, denndu hast damit Christum noch nicht, wenn du gleich weißt, daß erwahrer Gott und Mensch ist, und allein gerecht und heilig ist. Als-denn aber erkennest du ihn recht und kriegest ihn zu eigen, wenn duglaubest, daß diese allerheiligste, reineste und unschuldigste Person dirvom Vater geschenkt sey, auf daß er dein Hoherpriester und Heiland,ja dein Diener und Knecht seyn sollte, der seine Unschuld und Hei-ligkeit abgeleget und deine sündliche Person angenommen hat, unddarinnen getragen deine Sünde, Tod und Fluch; also ein Opfferund Fluch für dich worden ist, aus daß er dich also vom Fluch desGesetzes erlösete, wie St. Paulus sagt, Gal. 3, !3. Und hierausfolget gewaltiglich, daß nicht das Gesetz, auch nicht die Wercke vomFluch erlösen; sondern Christus allein ist der Mann, dem Gott derVater diese Ehre gann. Darum bitte und vermahne ich jedermann,um Gottes willen, '.aß man Christum ja wohl lerne und wisse zuunterscheiden vom Gesetze, und daß man ja mit Fleiß in Acht habe,wie und was St. Paulus redet, Gal. 3, 10,, da er spricht: Diemit des Gesetzes Werck umgehen, die und unter dem Fluch:c. Denn