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Von dem Herrn Christo.
dem Vater zu schaffen und zu geben: so folget auch daraus gewal-tiglich, daß er wahrhaftiger und natürlicher Gott sey mit dem Bater.
Wiewol keine Religion narrischer scheinet, denn der Christen,doch glaube ich an den Gott, da Jesus Christus Gottes, des himm-lischen Vaters Sohn ist. Einem andern Gott glaube ich nicht, wiedie Abergläubigen und Abgöttischen thun, denn sie sind verworfenund in einen verkehrten Sinn gegeben. Ich, D. M. Luther, willvon keinem andern Gott nicht wissen, denn allein von dem, der amCreutze gehangen hat, nemlich Jesu Christo, Gottes und der Jung-frauen Marien Sohn.
Daß Christus Gott und Mensch sey, das ist wider alle Ver-nunft, Sinne und Verstand; denn wenn man die zwo Naturen inChristo, als die Gottheit und Menschheit, soll in ein Wesen brin-gen, da flösset sich die Vernunft und spricht: Ich verstehe es nicht.Aber Danck habe für diese Bekenntniß; denn es ist nicht geschrie-ben, daß ichs verstehen und fassen soll mit meiner Vernunft, sonderndu mußt dich gefangen geben und dem Wort des Evangelii glauben,durch Wirckung des Heiligen Geistes, und Gott die Ehre geben, daßer wahrhastig sey.
Anno Domini 1538, am 25. December, am Christabend warD. M. Luther sehr fröhlich und alle seine Reden, Gesänge und Ge-dancken waren von der Menschwerdung Christi, unsers Heilandes,und sprach mit tiefem Seufzen: Ach! wir arme Menschen, daß wiruns so kalt und faul gegen dieser grossen Freude stellen, die uns dochzu gute geschehen ist. Und ist die größte Wohlthat, die weit über-trifft alle andere Wercke der Schöpffung; und sollens dennoch soschwächlich gläuben, da es uns doch von den Engeln verkündiget, ge-prediget und gesungen wird, welche himmlische Theologi und Predi-ger sind, und haben sich unserthalben also gefreuet, und ihr Gesangist gar ein schöner Gesang, darein kurz gefasset ist die Summa derganzen Christlichen Religion. Denn das (Aoria in excelsiz I)eo,Gott in der Höhe sey die Ehre, ist der Höheste Gottesdienst; densel-bigen wünschen sie uns und bringen ihn uns in diesem Christo.Denn die Welt, nach dem Fall Adams, kennet weder Gott, noch dieCreaturen, lebet allerdinge ausserhalb Gottes Ehre, preiset, lobet,noch rühmet ihn nicht. O wie feine, schöne, lustige Gedancken hätteder Mensch gehabt, wenn er nicht gefallen wäre; wie hatte er specu-liret von Gott in allen Ereaturen, daß er auch in den kleinesten und