Druckschrift 
3 (1827)
Entstehung
Seite
33
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Bon der Welt und ihrer Art. Zz

schrecket sind, fühlen Gottes Zorn und fliehen vor ihm, kämpften undringen mit Verzweiflung, wie Saul. Der dritte Haufe ist derer,die ihre Sünde und Gottes Zorn erkennen und fühlen, daß sie inSünden empfangen und geboren, und derohalben ewig verdammt undverloren müßten seyn; hören aber die Predigt des Evangelii, daßGott die Sünde vergiebt aus Gnaden, um Christi willen, der füruns dem Vater dafür genug gethan hat, nehmens an und gläubens,werden also gerecht und selig vor Gott. Darnach beweisen sie ihrenGlauben auch mit allerley guten Wercken, als Früchten, die Gottbefohlen hat. Die andern zween Haufen gehen dahin.

Des Menschen Hertz ist, gleich wie Quecksilber, das jetzt da,bald anderswo ist, heut also, morgen anders gesinnet. Darum istsgar ein armselig Ding und Eitelkeit, wie der Prediger Salomonissagt, daß ein Mensch begehret ungewiß Ding und sehnet sich dar-nach, und daß er nicht weiß, wie es gerathen wird; dagegen, das ge-wiß ist und das allbereit gerathen ist, verachtet er.

Gleichwie die Kalte grösser und geschwinder wird im Winter,wenn sich die Tage langern und die Sonne uns naher kommt, denndieselbe macht die Kalte dicker und preßt sie zusammen: also wirdauch der Menschen Bosheit grösser, das ist scheinlicher und bricht baßHerfür, wenn das Evangelium geprediget wird; denn der HeiligeGeist straft die Welt um die Sünde, welches die Welt nicht kannnoch will leiden.

Menschliche Vernunft verzweifelt entweder, oder ist vermessen.Wo sie verzweifelt, so stirbet sie sine crux et lux. Ist sie aber ver-messen, so gehet sie auch dahin und wird betrogen.

Der Welt höchste Weisheit ist, sich mit zeitlichen, irdischen,vergänglichen Dingen bekümmern, und wie es darnach gehet und ge-schiehst, so spricht sie: Ich hatte es nicht gemeynt. Aber der Glaubeist eine gewisse Zuversicht deß, daß man hoffet und nicht zweifelt andem, das man nicht stehet, spricht die Epistel an die Ebraer 1t, 1.Er stehet aufs Zukünftige, und das nicht vorhanden ist. Darum sagtein Christ nicht: Ich hatte es nicht gemeynet, sondern ists gar ge-wiß, daß das heilige Creutz vorhanden ist und kommen wird; darumerschrickst er nicht, wenns ihm übel gehet und er geplaget wird. DieWelt aber, und was in der Welt sicher dahin lebet, kann das Un-glück nicht ertragen, gehet stets in Springen und Wohllüsten, wieIII- 3