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Von der Schöpfung.
Ich zwar, sprach v. M. Luther, bin hart kranck gelegen, auchalso, daß ich mein Leben Gott befahl; aber viel Einfalle und Ge-dancken habe ich in solcher Schwachheit gehabt. Ach wie Hab ichgedacht, was doch das ewige Leben sey, was es vor Freude habe;wiewol ich deß gewiß bin, daß es uns durch Christum geschenkt unddasselbige allbereit unser ist, weil wirs glauben. Aber dort wirdsoffenbar werden; hier sollen wirs nicht wissen, wenn die neue Schöp-ffung der Welt soll werden, sintemal wir die erste Schöpssung derWelt nicht verstehen.
Wenn ich bey Gott wäre gewesen, ehe er die Welt schuf, hatteich ihm diesen Rath nicht können geben, daß er aus Nichts solcherunde Scheibe und Kugel machen, das Firmament hatte sollen schaf-fen, und hat darein eine Spange, die Sonne gesetzt, welche durchihren sehr behenden, schnellen Lauf den gantzen Erdboden erleuchtet;item, daß er also ein Mann und Weib sollte schaffen. Das alles hater uns gemacht ohne unfern Rath und Gedancken. Darum mögenwir ihm auch billig die Ehre geben vom künftigen Leben und derneuen Schöpssung, wie es soll zugehen und werden, und ihn alleinlassen den Schöpffec bleiben.
Anno 36 den 6. September stunden des Doctors Kinderleinvor dem Tisch, sahen mit allem Fleiß auf das Obs und Pfir-siche, so auf dem Tisch stunden; da das der Doctor sähe, sprach er:Wer da sehen will ein Bild eines, der sich in Hoffnung freuet, derhat hier ein recht Contrefayt. Ach daß wir den Jüngsten Tag sofröhlich in Hoffnung könnten ansehen. Darnach sagete er von Kraftder Pfirsichen, daß es so ein köstlich Obs wäre, nahe dem Saft vomWein. Es sind grosse Weinbeere in Persen und Welschland, damüssen auch grosse Pfirsiche seyn, daß diese in unfern Landen, wiedie Schlehen dagegen sind.
Auf einen Abend sähe v. M. Luther ein Vögelein auf einemBaum sitzen und die Nacht über darauf ruhen, da sprach er: DißVögelein hat sein Nachtmahl gehalten und will hier fein sicher schla-fen, bekümmert sich gar nicht, noch sorget für den morgenden Tagoder Herberge, wie David sagt, Ps. 91, 1.: Wer unter dem Schirmdes Allerhöchsten wohnet w. Es sitzet auf seinem Zweigelein zufrie-den und lasset Gott sorgen.
Ach! wenn Adams Fall nicht alles verderbet hatte, wie eine