Von den Werken Gottes.
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Der Pabst ist nun etliche hundert Jahre für das oberste Hauptin der Christenheit gehalten worden, wenn er nur mit einem Fin-ger gewinkt hat, so haben sich vor ihm Kayser, Körnige, Fürsten ?c.müssen fürchten, demüthigen und bücken. Ist also ein Herr überalle Könige auf Erden, ja, ein irdischer Gott gewesen. Nun kömmtunser Herr Gott, und schlagt mit dem Taus (dem Luther,) den Pabst,den grossen König, daß er da liegt. Das ist unsers Herrn GottRegiment, wie Maria im Magnisicat singet: Er setzt die Gewalti-gen vom Stuhl. Luc. 1, 52.
Besser ists, daß Gott mit uns zürne, denn wir mit ihm; denner ist barmhertzig, wie der Prophet spricht: Wenn du zürnest, so ge-denckest du der Barmhertzigkeit. Darum laßt er den Zorn bald fah-ren und nimmt, die sich bessern, wieder zu Gnaden an. Zürnen! wir aber mit ihm, so ist der Sache nicht zu helfen. So wird auchim Propheten Esaia gesaget: Sein Zorn wahret nur einen Augen-blick (Ps. 30, 6.); item Jes. 54, 7.: Einen Augenblick Hab ich dichverlassen, aber mit grossen Gnaden will ich dich wieder sammlen.
Wenn Adam wäre in seiner Unschuld blieben und hatte Got-tes Gesetz nicht übertreten, so hatte er auch Kinder gezemget; er wäreaber in solchem Stande und Wesen nicht ewig also blieben im Pa-radies, sondern wäre in die ewige Herrlichkeit und in Himmel ge-nommen worden, nicht durch den Tod, sondern durch Verwandlungund Versetzung in ein ander Leben.
Wer sich mit Ernst und von Hertzen vor Gott demüthigenkann, der hat gewonnen, und Gott vermag ihm nichts zu thun, denner kann nichts, denn barmhertzig seyn gegen denen, die sich demü-thigen und begehren es. Denn wenn Gott nichts könnte, dennschnurren und murren, so müßte ich mich vor ihm, als vor demHencker fürchten. Und weil ich mich fürchten muß vor dem Kayser,Bischöfsen und sonst vor Tyrannen, Gottes und seines Worts Fein-den, zu wem wollte ich denn fliehen, wenn ich mich auch vor Gottfürchtete?
Unser Herr Gott verthut einen Tag mehr, denn der Kayser ver-mag; ja, kein menschlich Hertz kann rechnen, was er nur einen Tagmuß haben, daß er die gantze Welt speise. Ich weiß, daß die Weltunserm Herrn Gott alle Tage mehr, denn ein Königreich verzehret.Wie viel sind nun Tage von der Welt? Wo sind dagegen so viel