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Von den Werken Gottes.
Wohlthaten den Glauben, auch der Glaubigen, will geschweige« derGottlosen.
Gott giebt Sonn und Mond, Sterne und Elemente, Feuerund Wasser, Luft und Erden, und alle Creaturen, Leib und Seelund allerlei) Nahrung an Früchten, Getreide, Korn, Wein, und alles,was uns nütz und noch ist, zu erhalten diß zeitliche Leben. Unddarüber giebt er uns noch dazu sein liebes Wort, ja, sich selber. Wasverdienet er aber damit? Nichts anders, denn daß er dafür geschän-det und gelästert wird, ja, sein lieber Sohn jammerlich verhöhnet,verspottet, und an den Galgen gehenkt wird, und seine Diener ge-plaget, verjaget, verfolget und getödtet werden. Das ist der Danck,daß er uns aus Gnaden geschassen, erlöset, geheiliget, ernähret und er-halten hat. Ein solch Krautkin, Früchtlein und frommes Kindleinist die Welt. O wehe ihr!
Gott wird jetzt endlich dafür angesehen und gehalten, als habeer alle seine Titel und Nahmen verloren: denn es scheint, als wäreer ohnmächtig, machtlos und Hülflos wider die Gewaltigen dieserWelt, und muß auch seyn ein Narr und rathlos wider die Weisenund Klugen; so muß er auch seyn, gleich als ein Geselle der Bösen,der doch von Natur fromm und gut ist. Aber daran muß man sichnicht kehren, sondern solches alles aus den Augen und Hertzen thun;denn alles, was Gottes ist, das ist und bleibet dieser Welt verbor-gen, wie geschrieben stehet 1. Cor. 1, 18. Seine Macht wird an-gesehen und gehalten für Schwachheit, seine Weisheit für Thorheit,und seine Güte und Frömmigkeit für eitel Bosheit.
Wie solls doch Gott mit uns machen? Gute Tage könnenwir nicht ertragen, böse können wir nicht leiden. Giebt er unsReichthum, so stoltziren wir und werden hoffärtig, daß schier niemandkann mit uns auskommen, und wollen nur auf den Händen getra-gen seyn, und als Götter angebetet werden; giebt er uns aber Ar-muth, so verzagen wir, werden ungeduldig und murren wider ihn.Darum ist nichts besser, denn nur bald mit den Schaufeln uns zumTantze gelautet. Daher hat jener recht gesaget, der gesprochen hat:Unglück in und von der Welt wollt ihr nicht leiden, und von ihrwollt ihr euch doch nicht scheiden. Wie solls denn Gott mit euchmachen? Was soll er thun, der seinen einigen Sohn für euch dahingegeben hat? Warum fürchtet ihr euch denn, zu ihm aus der Weltzu ziehen, der euch geliebet hat und für euch gestorben ist? Mevnet