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3 (1827)
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Von dem Worte Gottes.

Darum soll man in göttlichen und geistlichen Sachen nur glaubenund hören, was Gottes Wort saget.

Alle andere Künste und Handwercke haben ihre Präceptoresund Meister, von denen man sie lernen muß, auch Ordnung undGesetze, darnach man sich richten und halten muß; allein ne heiligeSchrift und Gottes Wort muß eines jeglichen Hossart, Dünckel,Muthwillen und Vermessenheit unterworfen seyn, und sich meistern,drehen und deuten lassen, wie es ein jeder verstehet und will nachseinem Kopf; daher auch so viel Rotten, Secten und Aergernissekommen; Gott wehre ihnen.

Liebe Herren (sprach v. Martinus zum Pfarrherrn und Caplan, und die bey ihm waren,) lasset uns der Kirche warten mit predigen, reiner Lehre und Sacrament reichen. Wer nicht zum Sacrament gehen will, noch den Catechismus lernen, zu dem sollt ihrnicht gehen in seiner Kranckheit, wenn er sterben soll; sondern lassetihn liegen, wie eine Sau, nehmet euch auch seiner nicht an, lassetihn auch nicht auf den Kirchhof begraben, den andern zum Schreckenund Abscheu.

Es sagete v. M. Luther, daß die heilige Schrift voller gött-licher Gaben und Tugenden seye, und daß aller Heyden Bücher garnichts vom Glauben, Hoffnung und Liebe lehreten, ja, sie wüßtengar nichts davon; sondern der Heyden Bücher sahen allein das Ge-genwärtige an, so man fühlen und mit der Vernunft fassen und be-greiffen kann; aber Gott vertrauen und auf den Herrn hoffen, davonist nichts drinnen. Solches sollten wir allein aus dem Psalter undaus dem Buch Hiob sehen, wie dieselben beyden Bücher vom Glau-ben, Hoffnung, Geduld und Gebet handelten. In Summa, die hei-lige Schrift ist das Höheste und beste Buch Gottes, voll Trostes inaller Anfechtung. Denn es lehret vom Glauben, Hoffnung und Liebeviel anders, denn die Vernunft sehen, fühlen, begreissen und erfah-ren kann, und wenns übel gehet, so lehret sie, wie diese Tugendenhervorleuchten sollen, und lehret, daß ein ander und ewiges Lebenüber biß arme elende Leben sey.

Als Doctor Justus Jonas einmal über v. M. Luthers Tischesagete, daß in der heiligen Schrift eine solche Weisheit wäre, dieniemand könnte ausstudieren noch auslernen, da sprach v. M. Lu-ther: Wir werden wol Schüler darinnen bleiben, denn man kann

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