Von dem Worte Gottes.
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redet ward; also ward ich ein guter Textualis; darnach erst las ichdie Scribenten. Aber ich mußte sie zuletzt alle aus den Augen stel-len und wegthun, dieweil ich in meinem Gewissen nicht damit konntezufrieden seyn, und mußte mich also wieder mit der Bibel würgen; dennes ist viel besser, mit eigenen Augen sehen, denn mit fremden. Darumwollte ich^luch wünschen, daß alle meine Bücher neun Ellen in die Erdebegraben würden, um des bösen Exempels willen, daß mir sonst einjeglicher will nachfolgen mit viel Bücher schreiben, dadurch einer dennwill berühmet seyn. Nein, Christus ist um unserer eiteln Ehre wil-len nicht gestorben, daß wir Ruhm und Ehre hatten; sondern er istgestorben, auf daß allein sein Name geheiliget würde.
Ich bitte und vermahne treulich einen jeglichen frommen Chri-sten, daß er sich nicht ärgere noch stosse an den einfaltigen Redenund Geschichten, so in der Bibel stehen, und zweifele nicht daran;wie schlecht und alber es immer sich ansehen lässet, so sinds doch ge-wiß eitel Worte, Wercke, Geschichte und Gerichte der hohen göttlichenMajestät, Macht und Weisheit. Denn biß ist das Buch, das alleWeisen und Klugen zu Narren machet, und aliein von den Albernund Einfältigen kann verstanden werden, wie Christus saget Matth.11, 25. Darum laß deinen Dünckel und Fühlen fahren, und halteviel von diesem Buch, als von dem allerhöhesten, edelsten Heiligthum,auch als von der allerreichesten Fundgruben, die nimmermehrgenug aus-gegründet, noch erschöpft werden mag, auf daß du darinnen die göttlicheWeisheit finden mögest, welche Gott in der Bibel so alber und schlechtvorleget, daß er aller Klüglingen Hochmuth dämpfst und zu schändenmache. In diesem Buch findest du die Windeln und Krippen, dar-innen Christus lieget, dahin auch der Engel die Hirten weiset. Essind wol schlechte und geringe Windeln, aber theuer ist der Schatz,Christus, so darinnen lieget.
Wir Narren können mit unserer Vernunft nicht begreifstn,wissen noch verstehen, wie es zugehe und woher es komme, daß wirmit dem Munde reden, und woher die Worte kommen, und daß ei-nes einigen Menschen Wort und Stimme in so viel tausend Ohrenerschallet. Desgleichen, wie unsere Augen sehen, und wie das Brod,die Speise und Tranck im Magen gedauet und in Blut und Mistin uns verwandelt werden. Und wir wollen doch ausser und überuns steigen und speculiren von der hohen Majestät Gottes, da wirsimst nicht wissen können , was bey und in uns täglich geschieht.
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