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Von dem Worte Gottes.
Das Werck, so darauf folget, leget das Wort recht aus und erkla-rets, wie auch der Prophet Esaias sagt 28, 19.: Trübsal lehret aufdas Wort mercken; und Sirach sagt: Wer nicht versucht ist, wasweiß der? Die Schrift verstehet man nicht, man erfahre es dennim Ereutz.
Unser Herr Gott wird sein Wort und Sprache auf Erden er»halten durch die Schreibfeder, die Theologen find der Kopf oder Keilvon der Feder, die Juristen aber der Strumpf. Wenn nun die Weltden Kopf oder Keil von der Feder nicht will behalten, das ist, dieTheologen und Prediger nicht hören: so muß sie doch den Strumpf,das ist, die Juristen behalten, und diese werden sie recht Moreslehren.
Das Testament ist ein edles Buch,
Groß Kunst, Weisheit es lehren thut,
Wohl dem, der sich auch halt darnach,
Dem wird Gott segnen all seine Sach,
Denn Gottes Wort bleibt ewiglich,
Und theilt uns mit das Himmelrich,
Wir müssen doch von dieser Welt,
Alsdenn das Wort vest bey uns halt,
Und starcket uns in Sterbensnoth,
Und hilft uns aus dem ewigen Tod.
v. Luther klagte einmal über die Menge von Bücher, daß desSchreibens kein Ende noch Maaß wäre, und ein jeglicher wollte Bü-cher machen und sprach: Eins Theils thatens aus Ehrgeitzigkeit, daßsie auch wollten gerühmet seyn und einen Namen davon bekommen.Etliche aber thatens ums Genusses und Gewinnstes willen, undförderten also solch Uebel. Also wird durch so viel Comment undBücher die liebe Bibel begraben und verschorren, daß man des Tex-tes gar nicht achtet. Da doch in allen guten Künsten und Facul-taten diejenigen die allerbesten sind, so im Text wohl belesen undgegründet waren. Denn in Rechten ist der ein guter Jurist, wel-cher im Text wohl geübet und bekannt ist; jetzt aber begeben sie sichauch bald auf die Scribenten und Comment. Da ich jung war,gewöhnete ich mich zur Bibel, läse dieselbe oftmals, und machte mirden Text gemein; da ward ich darinnen also bekannt, daß ich wußte,wo ein jeglicher Spruch stunde und zu finden war, wenn davon ge-