Bon dem Worte Gottes.
lZ
Darum ist verloren, wie freundlich und lieblich Christus vor-gebildet wird, wo nicht zuvor der Mensch durch sein selbst Erkennt-niß gedemüthiget und begierig wird nach Christo, wie das Magnisi-cat auch saget: Die Hungrigen füllet er mit Gütern und lasset dieReichen leer, Luc. 2, 53. Das ist alles uns zu Trost gesagt, undden elenden, armen, dürftigen, sündigen und verachteten Menschenzum Unterricht geschrieben, daß sie in aller ihrer Noch wissen mögen,zu wem sie sollen fliehen, Trost und Hülse suchen.
Aber man muß allein am Wort vest hangen und ihm glauben,daß es wahr sey, was es von Gott saget, obgleich Gott mit allenCreaturen sich anders stellet, denn das Wort sonst von ihm saget,wie man solches auch am Cananaischen Weiblein stehet. DasselbigeWort ist gewiß und fehlet nicht, es muß ehe Himmel und Erdenvergehen, wie Christus saget Matth. 24, 35. Aber, o wie wehethut das der Natur und Vernunft, daß sie sich soll so nacket auszie-hen und verlassen alles, was sie fühlet, und allein am blossen Worthangen, da sie auch das Widerspiel fühlet. Gott helfe uns in Nö-then und Sterben zu solchem Much und Glauben.
Gott hat zweyerley Worte: eines schrecket, und das andere trö-stet. Dawider setzet sich der Teufel und spricht: Weil du das Ge-setz Gottes nicht haltest, noch bist fromm gewesen, darum bist du ver-dammet nach dem Gesetze. Darauf antworte du und sprich: Gotthat gesaget, ich soll leben, denn seine Barmhertzigkeit und Gnade istgrösser, denn die Sünde; item, daß im Ezechiel 33, 11. geschriebenstehet: er wolle nicht den Tod des Sünders, sondern daß er sich be-kehre und lebe. Hab ich denn dieses oder jenes gethan, so helfe mirChristus mit seiner Gnade. Aber es ist schwer, dahin zu kommen,wenn die Anfechtung wahret; es ward Christo selber sauer. Durchdie Verheissung des Evangelii werden wir wieder aufgerichtet.
Wenn Gott sein Wort prediget, so folget bey den Gottseligenund Christen bald das Creutz darauf, wie solches auch St. Paulusbezeuget, da er 2. Tim. 3, 12. spricht: Alle, die da wollen gottse-lig in Christo Jesu leben, die müssen Verfolgung leiden; und der HerrChristus spricht Joh. 15, 20.: Der Jünger wirds nicht besser ha-ben, denn sein Meister; haben sie mich verfolget, so werden sie euchauch verfolgen. Darum so folget das Creutz gewiß, und im Creutzwird denn Gottes Wort recht verstanden. Wie denn solches derHerr Christus bezeuget, da er spricht, Joh. 16,4.: Solches habe icheuch zuvor gesagt, aus daß, wenn es nun geschiehst, daß ihr glaubet.
Ä
!Sl
Kl
Gl
J-I
W