Druckschrift 
3 (1827)
Entstehung
Seite
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Von dem Worte Gottes. 9

da soll man des Dinges gewiß seyn und nicht wancken, auf daß dieVekenntniß in der Anfechtung bestehe, und man darnach nicht sage:Ich hatte es nicht gemeinet; denn wie solche Rede sonst in weltli-chen Sachen gefahrlich ist, also ist sie in der Theologie sehr schädlich.

Auf eine andere Zeit sagte D. Luther: Vor allen Dingen müs-sen wir wissen, ob diese unsere Lehre, so wir führen, Gottes Wortsey; denn wenn wir solches wissen, so können wir vestiglich daraufbauen, daß diese Sache soll und muß bleiben, und kein Teufel sollsie umflossen, vielweniger die Welt mit all ihrem Hosfgesi'nde, wiesehr sie dawider toben und wüten. Ich, Gott Lob, halte meine Lehregewiß für unsers Herrn Gottes Wort, und habe nun aus meinemHertzen weggejagt alle andere Glauben, sie heissen auch, wie sie wol-len. Und Hab diese schwere Gedancken und Anfechtungen schier über-wunden, da mein Hertz eine Weile also sagte: Bist du denn alleinder, so das rechte Wort Gottes rein hat, und die andern allzumalHabens nicht? Also sichtet uns der Satan auch an, und stürmetmit Gewalt zu uns ein, mit dem Namen und Titel der Kirchen.Ja, spricht er, was die Christliche Kirche bisher beschlossen und so vieleJahre für recht gehalten, dasselbige flössest du um, als wäre es un-recht, und zurüttest beyde, das geistliche und weltliche Regiment, mitdeiner newen Lehre. Diß Argument finde ich durchaus in allen Pro-pheten, da die fürnehmsten Häupter, beyde, in der Kirchen und Po-licey, sagen: Wir sind Gottes Volck, denn wir sind im ordentlichenRegiment, von Gott gestisstet und eingesetzet. Was wir, als dergrößte und beste Haufe, schliessen und für recht erkennen, das sollman halten. Wer seyd ihr Narren, daß ihr uns lehren wollet? Isteuer doch kaum eine Hand voll! Da muß man wahrlich nicht alleinmit Gottes Wort wohl gefasset und gerüstet seyn, sondern auch dieGewißheit der Lehre haben, sonst kann man im Kampf nicht beste-hen. Man muß sagen können: Ich weiß gewiß, daß dasjenige,so ich lehre und halte, Gottes, der hohen Majestät im Himmel, ei-genes Wort und endlicher Beschluß, und die ewige, unwandelbareWahrheit ist; das andere alles, was mit dem nicht übereinstimmt,oder dawider ist, das ist eitel Teufelslügen, falsch und unrecht. Unddas thuts auch alleine, daß einer ein Spiel ansähet, und dabei) be-standig bleibe und sage: Ihr andern allzumal irret und Habtunrecht,aber meine Lehre ist allein recht und Gottes gewisse Wahrheit, dabeybleibe ich, wenn gleich die gantze Welt anders sagte. Denn Gottkann nicht lügen, da Hab ich sein Wort, das kann mir nicht fehlen,noch von allen höllischen Pforten überwältiget werden, und Hab denTrost darzu, daß Gott saget: Ich will dir Leute und Zuhörer geben,