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Von dem Worte Gottes.
ses wünscheil wölke, so wollte ich ihm wünschen Verachtung des gott-lichen Worts; da hat ers gar auf einmal, das innerliche und äußer-liche Unglück, darinnen doch die Welt jetzt sicher hingehet. Was her-nach folgen wird, das werden wir sehen und gewahr werden. Inallen Historien stehet man, daß, wo Gottes Wort rein geprediget istworden, und man es verachtet hat, daß bald die Strafe hernach ge-folget ist, und die Verachtung der reinen Lehre gehet allezeit vor derStrafe her, wie solches die Exempel zur Zeit Loths, Noä und desHerrn Christi anzeigen. Und weil jetzt schier kein Edelmann, Scharr-hans, Bürger noch Bauer ist, er will mit Füssen auf den Pfarrher-ren und Predigern gehen- so halte ichs dafür, Gott wird die Undanck-barkeit und Verachtung seines Worts hart strafen. Das Predigt-amt muß zwar in der Welt bleiben, entweder rechtschaffen, oder ver-fälschet; denn die Welt will und kann ohne Gottesdienst nicht seyn,und der Türck muß seine Pfaffen und Kirchendiener auch haben, erkönnte sonst sein Regiment nicht erhalten; aber wo man Gottes Wortverachtet, da wandert es hinweg und wird der wahrhasstige Gott undsein Gottesdienst verloren. Ich halte, es werde eine grosse Finster-niß folgen nach diesem Licht des Evangelii, also, daß man auch dasEvangelium nicht wird öffentlich auf der Kanzel mehr hören, unddarnach wird bald der Jüngste Tag darauf folgen.
Wer nachgiebet, daß der Evangelisten Schriften Gottes Wortseyn, dem wollen wir mit disputiren wol begegnen; wer es aber ver-neinet, mit dem will ich nicht ein Wort handeln.
Daß das Wort Gottes nicht allenthalben, fondern unterschied-liche Früchte bringet, und nicht gleich wircket, dasselbige ist GottesGericht und heimlicher Wille, so uns verborgen ist; wir sollen esauch nicht wollen wissen. Der Wind blaset, wo er will, saget Chri-stus Joh. 3, 8. Uns gebühret nicht, darnach zu grübeln und zuforschen. Kann ich doch nicht sagen, warum ich jetzt so fröhlich undbald traurig bin, item, einmal besser Lust zum Wort Gottes habe,denn ein andermal. Wenn ich allzeit gleich gegen Gottes Wort ge-sinnet wäre, und solche Lust dazu hatte, wie bisweilen- so wäre ichder allerseligste. Aber es hat dem lieben St. Paulo auch gefehlet,der klaget Röm. 7, 23. mit hertzlichem Seufzen, er sehe ein anderGesetze in seinen Gliedern, das da widerstreite dem Gesetz ?c. Solltedarum das Wort falsch seyn, obs gleich nicht zu aller Zeit antrifft?
In Religionssachen, was Gottes Wort und die Lehre anlanget,
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